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Davon ist im wörtlichen Sinn natürlich auch im Jahr 2026 abzuraten - wenngleich die Häufigkeit schwerer Stromunfälle in den vergangenen Jahrzehnten auch aufgrund von Schutzmaßnahmen deutlich abgenommen hat. So weist die jüngste "Elektrounfallstatistik" für Österreich 2024 zwei Tote aus, bei allerdings 214 statistisch erfassten einschlägigen Unfällen. Das Thema sei auch lange nach der Einführung der Elektrizität aktuell, so Vohland: Man wolle mit der Schau etwa auch Jugendliche von dem mehr als zweifelhaften Trend abhalten, auf Zügen zu surfen. Außerdem hofft man auf zahlreiche Besuche von Handwerkern und Arbeitern - "vielleicht als Sommerausflug mit der Firma", so die NHM-Generaldirektorin. Das ist immer noch die am stärksten betroffene Gruppe.
Geschaffen wurde die Grundlage für die Ausstellung von Samuel (später "Stefan") Jellinek (1871-1968), der sich intensiv mit den Gefahren und dem Bereitstellen von Informationen zu dem Thema befasste, wie Eduard Winter, Kustos der Pathologisch-anatomischen Sammlung, erklärte. Das erste Elektropathologische Museum öffnete er 1936 unweit des Narrenturms im Allgemeinen Krankenhaus. Nach zahlreichen Ortswechseln wurde es im Jahr 2002 endgültig geschlossen. Ein Gutteil der Sammlung, rund 300 Präparate, wanderte dann in den Narrenturm. Jellinek habe gewusst, dass man Menschen recht unbeschönigt mit den Effekten von elektrischem Strom auf den menschlichen Körper konfrontieren muss, um Aufklärung zu leisten, sagte Winter: "Wir wollen das jetzt fortführen."
Allerdings nicht mit maximalem Schockeffekt, wie Laura Lick, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Pathologisch-anatomischen Sammlung, betonte. Beim Sichten von Materialien sei man etwa auf Berichte über die Schicksale von Kabeldieben in Afrika gestoßen, die man so bildhaft sicher nicht zeigen werde. Trotzdem bringe man das Thema in die Gegenwart - und zeige, eben auch, wie Schutzmaßnahmen viele Unfälle vermeiden. So etwa der FI-Schalter, an dessen Entwicklung der Wiener Physiker Gottfried Biegelmeier (1924-2007) entscheidend mitgewirkt hat. Letzterer war auch nicht verlegen, seine Ideen im Selbstversuch auszuprobieren, erklärte Winter - Nachahmung freilich ebenso wenig empfohlen, wie als Unkundiger einen FI-Schalter zu tauschen.
In Österreich habe sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts tatsächlich viel punkto Personenschutz getan, es treten aber auch neue Thematiken auf. So etwa im Zusammenhang mit der zunehmenden Elektrifizierung im Verkehrsbereich oder der dezentraleren Stromerzeugung mittels PV- oder Windkraftanlagen. Winter: "Da muss man sich neue Schutzmaßnahmen überlegen." So gilt heute wie einst, dass der elektrische Strom als "Gamechanger" fungiert bzw. fungieren soll, wie es Vohland ausdrückte. Mit der Sonderausstellung in drei Räumen im Narrenturm wolle man auch das ein Stück weit thematisieren.
(S E R V I C E - https://www.nhm.at/vorsicht_hochspannung )






