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"Schon als Kind war es mein Traum, ein Museum zu leiten", zeigte sich De Gaetani erfreut über ihre neue Rolle. Die neue Standortleiterin habe eine Ausbildung als Kunsthistorikerin sowie Kulturmanagerin und war zuletzt bereits bei der Inventarisierung der Ausstellungsstücke in Osttirol archäologisch tätig. Sie hatte sich im Auswahlverfahren gegen 16 weitere Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt, hieß es.
Konkrete neue Projekte wollte De Gaetani vor ihrem Amtsantritt noch nicht festlegen. Zunächst wolle sie mit den Mitarbeitern sprechen und sich mit deren Erfahrungen sowie der bisher geleisteten Arbeit auseinandersetzen. Eine der größten Herausforderungen werde es sein, die zahlreichen Ideen und Vorschläge aus unterschiedlichen Bereichen "zu kanalisieren", diese zu priorisieren und in realistische Zeitpläne zu überführen.
Neben der personellen Neuaufstellung standen die Ergebnisse der diesjährigen Grabungskampagne in der "Römerstadt" Aguntum im Mittelpunkt. Grabungsleiter Martin Auer von der Universität Innsbruck berichtete von einem Skelett, das zwischen zwei Mauern entdeckt worden war. Es dürfte sich dabei um eine frühmittelalterliche Ruinenbestattung gehandelt haben. "Genaueres können wir aber erst nach einer sogenannten Radiokarbondatierung sagen", berichtete er.
Ungewöhnlich hoch fiel heuer auch die Zahl der Münzfunde aus. "Fast 30 Münzen sind heuer in unterschiedlichen Grabungsbereichen zum Vorschein gekommen", sagte Auer. Zu den weiteren Funden zählten mehrere Teile einer größeren Reiterstatue aus Bronze.
Die Grabungskampagne laufe seit Ende Juni und werde mit dieser Woche abgeschlossen, betonte der Archäologe. Neben den Funden habe sich das rund 40-köpfige Team erneut mit dem rund 360 Quadratmeter großen beheizbaren Saal beim ehemaligen Verwaltungszentrum der römischen Stadt beschäftigt.
Die offizielle Integration der Römerstadt Aguntum in die Tiroler Landesmuseen sei damit abgeschlossen, erklärte Landesmuseen-Direktor Andreas Rudigier gegenüber der APA. Diese sei nun eines von derzeit sechs, ab dem kommenden Jahr sieben Häusern der Landesmuseen. Der neue Standort sei zwar in die Gesamtstruktur eingebettet, wegen der Entfernung zu den zentralen Einrichtungen in Innsbruck müsse manches dennoch eigenständig organisiert werden, betonte der Direktor. Er sprach von "Hilfe zur Selbsthilfe".
Zudem stellte der Direktor die neue Rolle des Vereins "Curatorium pro Agunto" klar. Dieser spiele im Sinne der Tiroler Landesmuseen "keine Rolle" und gelte künftig als "Freundesverein" von Aguntum, der etwa Projekte, Ankäufe oder Sanierungen unterstützen und Netzwerkarbeit für den Standort leisten könne. "Dieselbe Struktur haben wir auch mit dem Tiroler Volkskunstmuseum", erklärte Rudigier.
Zudem solle Aguntum schrittweise stärker in die Strukturen der Landesmuseen eingebunden werden. Dazu zählt laut dem Direktor etwa die Integration in die neu angekaufte digitale Sammlungsdatenbank "MuseumPlus". "Wir haben hier ein internationales Top-Produkt angekauft", betonte Rudigier. Die Migration der bestehenden Datensätze solle rund zwölf Monate dauern und bis Sommer 2027 abgeschlossen sein. Auch die Bestände aus Aguntum sowie künftige Grabungsfunde könnten in das System aufgenommen werden.
DÖLSACH - ÖSTERREICH: FOTO: APA/Universität Innsbruck/Institut für Archäologie
