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Neue ME/CFS-Förderung aus privaten Mitteln ab 2027

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Forschungsbemühungen sollen verstärkt werden
Die WE&ME-Stiftung der Familie Ströck hat einen neuen Forschungsaufruf zur Multisystemerkrankung ME/CFS gestartet. Insgesamt werden, neben schon laufenden Projekten, rund zwei Millionen Euro an neuen Fördermitteln bereitgestellt. Koordiniert wird der Forschungscall vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF). Finanziert werden sollen mehrere biomedizinische Projekte, sagte WWTF-Programm-Manager Benjamin Missbach zur APA.

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Der Fördercall wird vom WWTF im Auftrag der Stiftung abgewickelt und ist für mehrere internationale Projekte vorgesehen. In einer ersten Runde werden sechs bis sieben kleinere Vorhaben finanziert. Diese sollen ab Anfang 2027 für bis zu zwei Jahre laufen, in etwa eine Million Euro wird dafür zur Verfügung stehen. Für die besten davon ist danach eine Weiterfinanzierung mit einem höheren Budget mit in Summe von etwa einer Million Euro angedacht. Zusätzlich werden für die nächsten vier Jahre jährlich zwei junge Forscher bzw. Forscherinnen mit einem Award für besondere Leistungen im Bereich ME/CFS ausgezeichnet, in Höhe von jeweils rund 5.000 Euro.

Die Bewerbung für die rein privat über Spenden finanzierte Forschungsförderung ist bereits jetzt möglich, die Zuschläge sollen noch heuer erteilt werden. Die Auswahl wird über eine internationale Expertenjury erfolgen, angeführt von der Molekularbiologin und ME/CFS-Spezialistin Mauren Hanson von der Cornell University in New York.

Ebenso im Board vertreten sind der Post-Covid-Experte und Professor für Rehabilitation an der Icahn School of Medicine (Mount Sinai/New York) David Putrino, der Genetiker Chris Ponting von der University of Edinburgh sowie die Immunologin Michal Tal vom Massachusetts Institute of Technology (USA).

Besonders hervorgehoben wird von der WE&ME-Stiftung, dass die Jury auch mit drei Patientenvertreterinnen bzw. -vertretern (plus zwei Ersatzmitglieder) besetzt ist. Es brauche eine Förderstruktur, "in der die Stimmen der Betroffenen nicht nur gehört, sondern institutionell mitgetragen werden", betonte der selbst schwer an ME/CFS erkrankte Christoph Ströck von der WE&ME-Stiftung in einem schriftlichen Statement gegenüber der APA. "Wir haben den WE&ME Call deshalb von Anfang an so konzipiert, dass die Patientensicht strukturell verankert ist. Unser Kooperationspartner Science for ME - das wichtigste internationale ME/CFS-Patientenforum - hat den Call von Anfang an mitgestaltet und ist Teil der internationalen Jury. Das ist in der Forschungsförderung ungewöhnlich, genau so muss es bei ME/CFS aber sein."

"Patientinnen und Patienten sind kritisch, detailorientiert und haben hohe Erwartungen", so Ströck. "Niemand hat stärkere Anreize, die beste Forschung auszuwählen, als die Betroffenen selbst. Wenn Patienten zugleich Expertise in relevanten Fachgebieten mitbringen, ist das eine besonders starke Grundlage für exzellente Förderentscheidungen." Ihre Anmerkungen seien meist "präzise und führen am Ende zu besseren Forschungsergebnissen".

Im Juli wird zudem bekannt gegeben, welches Projekt den ebenfalls von der WE&ME Stiftung finanzierten und gemeinsam mit dem Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF vergebenen Förderpreis mit einer Dotierung von 450.000 Euro erhält.

Die aktuelle staatliche Forschungsförderung in Österreich bezüglich ME/CFS fällt im internationalen Vergleich - vor allem mit Deutschland - bescheiden aus: Seit 2024 läuft eine über den Wissenschaftsfonds FWF mit knapp 300.000 Euro auf drei Jahre finanzierte Studie zur Endothelialen Dysfunktion (die innere Schicht der Blutgefäße betreffend, Anm.) bei ME/CFS und Post Covid. Darüber hinaus ist die Forschung in erster Linie über die WE&ME-Stiftung privat finanziert.

Zum Vergleich: In Deutschland wurde mit dem Jahr 2026 die im Vorjahr beschlossene "Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen" zur Erforschung von Erkrankungen wie ME/CFS oder Post Covid gestartet. Vorgesehen sind hier Mittel von in Summe 500 Millionen Euro über zehn Jahre.

"Bei ME/CFS und PAIS gibt es seit Jahren eine echte Lücke in der Forschungsförderung, der wir seit 2024 gemeinsam mit der WE&ME Stiftung und einer Vielzahl privater Spenden entgegentreten", sagte WWTF-Programm-Manager Missbach zur APA. "Gezielte, qualitätsgesicherte Förderungen und die Einbindung von Patienten und deren Vertreterinnen und Vertreter werden es in Zukunft nicht nur vom WWTF und der WE&ME brauchen, damit in der Forschung etwas weitergeht."

Neben den oben genannten neuen Förderungen wurden durch die WE&ME-Stiftung schon seit 2024 - in Kooperation mit dem WWTF - mehrere Projekte ins Leben gerufen und finanziert. Für diese standen bzw. stehen rund 3,1 Millionen Euro zur Verfügung: Dies umfasst die Fortführung bestehender Projekte im kommenden Jahr (Volumen 2 Millionen), die Finanzierung der ME/CFS-Biobank an der MedUni Wien mit rund 200.000 Euro, darüber hinaus starteten heuer auch bereits sechs "Fellowships" für junge Forscher mit einem Gesamtvolumen von 233.000 Euro.

Bezüglich des neuen Forschungsaufrufs berichtete Ströck von einer "breiten, internationalen und wohlwollenden Resonanz, die unser Call bereits jetzt erfährt". Dies zeige, "dass Forschung, Patientenvertretung und Förderer zunehmend mit einer Stimme sprechen - und diese Stimme wird zunehmend lauter."

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