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Minderheitensprachen: Europarat sieht hierzulande Licht und Schatten

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Im Bildungsbereich gibt es zu wenig zweisprachige Lehrkräfte
©SCHNEIDER, APA, HARALD SCHNEIDER
Was den Schutz von Minderheitensprachen in Österreich anbelangt, sieht der Europarat Licht und Schatten. Einerseits konstatiert der Sachverständigenausschuss in seinem jüngsten Evaluierungsbericht (LINK), dass Österreich über ein gut entwickeltes System zum Schutz und zur Förderung von Minderheitensprachen verfügt und lobt den bestehenden Dialog. Andererseits fordert er weitere Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Verwaltung und Justiz.

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Etwa mangle es im Bildungsbereich an ausgebildeten zweisprachigen Lehrkräften, insbesondere im Vorschulbereich, sowie an geeigneten Unterrichtsmaterialien. Das Medienangebot sei trotz Fortschritten nach wie vor uneinheitlich und die praktische Nutzung von Burgenlandkroatisch, Ungarisch und Slowenisch vor Gerichten und in der Verwaltung sei ausbaufähig. In der Steiermark und Wien fehle ein strukturierter, proaktiver Ansatz. Die Komenský-Schule in Wien, die als einzigartige zweisprachige Einrichtung von Kindergarten bis Sekundarstufe Tschechisch und Slowakisch anbietet und als Vorbild gilt, kämpfe weiterhin mit finanziellen Problemen. Der Bericht fordert daher eine langfristige Lösung in Abstimmung mit den Betroffenen.

Empfohlen wird daher neben einer strukturierten Förderpolitik zudem die Sicherung ausreichend qualifizierter Lehrkräfte, Maßnahmen zur verstärkten amtlichen Verwendung der betroffenen Sprachen sowie die Stärkung des Bewusstseins für Minderheitensprachen und -kulturen als Teil des österreichischen Erbes in Bildung und Medien.

Die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen ist im Oktober 2001 in Österreich in Kraft getreten. Minderheitensprachen der österreichischen Volksgruppen im Sinne dieses Abkommens sind das Burgenlandkroatische, das Slowenische, das Ungarische, das Tschechische, das Slowakische und Romani.

Positiv erwähnt wird in dem Bericht, dass das österreichische Parlament anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Volksgruppengesetzes im Jahr 2026 Initiativen ergriffen hat, um die Sichtbarkeit der Volksgruppen und ihrer Sprachen zu erhöhen. Zudem hätten das Burgenland und Kärnten ihre Bemühungen verstärkt, die Präsenz von Minderheitensprachen in Bildung, Verwaltung und öffentlichem Leben zu stärken.

Zudem seien alle sechs Sprachen in den Medien vertreten, insbesondere durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ORF, aber auch durch Zeitungen, Online-Plattformen und soziale Medien. Auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist dem Bericht zufolge umfänglich und umfasst Bildungs- und Kulturprojekte mit den Nachbarländern.

++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema Schule/ Sommerschule / Unterricht/Schulreform/Bildung/Integration. Im Bild: Die Hand eioner Schülerin beim Unterricht iim Rahmen der Sommerschule, am Freitag, 21. August 2025 ,aufgenommen in der Sportmittelschule Donaustadt in Wien.

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