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Lehrerausbildung - SPÖ-Lehrer wollen Reform nach "Bestbieterprinzip"

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Bei der Lehrerausbildung wird über die nächste Reform nachgedacht
Am Tag vor einer Auftaktveranstaltung zur Reform der Lehrerausbildung an der Pädagogischen Hochschule (PH) Steiermark hat die SPÖ-Lehrergewerkschaft einen "grundlegenden Paradigmenwechsel" eingefordert. "Im Zentrum müssen gelingendes Lehren und erfolgreiches Lernen stehen, nicht institutionelle Zuständigkeiten oder traditionelle Ausbildungslogiken", forderte der Vorsitzende Thomas Bulant. Die Rolle der Unis und PHs müsse sich "konsequent am Bestleistungsprinzip orientieren".

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Jede Einrichtung müsse "entsprechend ihrer jeweiligen DNA jene Kompetenzen vermitteln, die sie nachweislich am besten leisten kann", verlangte der Chef der Sozialdemokratischen LehrerInnen Österreichs (SLÖ) per Aussendung. Die schwarz-rot-pinke Koalition hat sich in ihrem Regierungsprogramm vorgenommen, PHs und Uni-Lehramtsbereiche nach dem Vorbild von "Schools of Education" organisatorisch enger zusammenzuführen. Sowohl Unis als auch PHs wollen die Lehrerbildung komplett übernehmen. Bis Anfang 2027 sollen Modelle erarbeitet werden, ein Parlamentsbeschluss ist frühestens 2028 geplant.

Seit der letzten großen Reform der Pädagoginnen- und Pädagogenausbildung sind die besonders praxisorientierten PHs nur noch für die Ausbildung der Volksschullehrer bzw. der berufspraktischen Fächer der weiterführenden Schultypen alleine zuständig. Die Ausbildung für die allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch oder Geschichte in der Sekundarstufe (v.a. Mittelschule, AHS, BMHS) wird seither von den PHs und den stärker auf Fachinhalte fokussierten Unis gemeinsam angeboten.

Aus den Schulen kommt schon seit Jahren die Klage, dass die neue Ausbildung nicht nah genug am Berufsalltag sei. Laut der jüngsten Ausgabe der OECD-Lehrerstudie TALIS 2024 haben sich nur 42 Prozent der Junglehrerinnen und Junglehrer der Mittelschule und AHS-Unterstufe nach ihrem Abschluss gut auf die Unterrichtspraxis vorbereitet gefühlt. In den vergangenen Jahren wurden deshalb auch mehrere Reformen eingeleitet: Für angehende Volksschullehrer gelten seit diesem Studienjahr neue Studienpläne mit Fokus auf Themen Umgang mit Diversität, Inklusion oder Elternarbeit. Ab Herbst wird die Ausbildung für die Sekundarstufe von sechs auf fünf Jahre verkürzt, außerdem soll sie praxisnäher und das Masterstudium, neben dem die Junglehrer oft schon in der Klasse stehen, besser berufsbegleitend studierbar werden.

Auf mehr Praxistauglichkeit drängte auch Bulant einmal mehr. Themen wie Klassenführung für einen Unterricht mit weniger Störungen, Krisenmanagement, professionelle Elternarbeit, die Analyse von Lernproblemen und Grundkompetenzen in Sonderpädagogik seien heute "keine Zusatzqualifikationen mehr, sondern unverzichtbare Grundlagen" und müssten deshalb verpflichtend vorkommen. "Denn wir unterrichten keine Fächer, sondern Kinder!"

Die Reform sei besonders dringlich, weil jene Lehrergeneration, die das Bildungssystem derzeit trage, in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren weitgehend in Pension gehe. "Umso verantwortungsloser ist es, wenn Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger seit Jahren entweder in ein- bis zweiwöchigen 'Schwimmflügerlkursen' notdürftig auf den Unterricht vorbereitet werden oder erstmals mit den tatsächlichen Herausforderungen von Unterricht und Erziehungsarbeit konfrontiert werden, wenn sie bereits vor einer Klasse stehen", forderte Bulant mehr Unterrichtspraxis im Studium ein.

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