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Auskunft über das Innere eines Sterns können winzige, regelmäßige Veränderungen seiner Helligkeit geben, die sich mit Teleskopen messen lassen. Diese Schwankungen entstehen durch Schwingungen des Sterns, wobei das Schwingungsmuster von seinem inneren Aufbau abhängt. Das Team um Lisa Bugnet vom ISTA zeigte nun anhand Roter Riesen - sonnenähnlichen Sternen in der späten Phase ihres Lebens -, dass beobachtete Signale "auf eine 'kriminelle' Vergangenheit des Sterns hindeuten", wie es die Forschenden formulieren. So könnte er etwa einem Begleitstern Masse "gestohlen" oder sich mit einem anderen Stern verschmolzen haben. Ein solches Ereignis würde die Beziehung zwischen dem Kern und der Hüllenstruktur des Sterns verändern und ihn im Vergleich zu einem "normalen" Einzelstern wesentlich empfindlicher für die Auswirkungen von Magnetfeldern machen.
Nachdem sie ihre Hypothese theoretisch nachweisen konnten, machte sich das Forschungsteam auf die Suche nach geeigneten Kandidaten im Universum. Tatsächlich fanden sie Rote Riesen, bei denen bereits Hinweise auf starke Magnetfelder bekannt waren und die sich mit dem neuen theoretischen Modell beschreiben lassen, das von einer früheren Sternverschmelzung oder Massenzuwachs ausgeht. Den Studienautorinnen und -autoren zufolge könnten viele der Sterne, bei denen man Magnetfelder beobachtet, insbesondere massereiche Rote Riesen, möglicherweise Masse von einem anderen Stern aufgenommen haben. Um Magnetfelder im Inneren eines Sterns zuverlässig zu bestimmen, müsse daher auch seine Lebensgeschichte berücksichtigt werden.
Service: Link zur Studie: https://doi.org/10.1051/0004-6361/202661734
