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Lebensgeschichte eines Sterns kann Einfluss auf sein Magnetfeld haben

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ISTA-Forscher fanden Sterne mit "kriminellen Hintergrund"
©HELMUT FOHRINGER, APA, Themenbild
Magnetfelder eines Sterns sind ein wichtiges Element in den theoretischen Modellen für die Sternenentwicklung. Doch bisher ist zu wenig über diese Felder bekannt, oft ist unklar, wie stark sie sind, wo genau sie sich befinden oder welche Form sie haben. Deshalb werden sie nur sehr vereinfacht und nicht besonders realitätsnah in Sternmodelle einbezogen, was deren Genauigkeit begrenzt. Ein Forschungsteam des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) zeigt nun mit Kollegen aus Spanien und Frankreich im Fachjournal "Astronomy & Astrophysics", warum die Entwicklungsgeschichte eines Sterns entscheidend sein könnte, um seine inneren Magnetfelder richtig zu deuten.

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Auskunft über das Innere eines Sterns können winzige, regelmäßige Veränderungen seiner Helligkeit geben, die sich mit Teleskopen messen lassen. Diese Schwankungen entstehen durch Schwingungen des Sterns, wobei das Schwingungsmuster von seinem inneren Aufbau abhängt. Das Team um Lisa Bugnet vom ISTA zeigte nun anhand Roter Riesen - sonnenähnlichen Sternen in der späten Phase ihres Lebens -, dass beobachtete Signale "auf eine 'kriminelle' Vergangenheit des Sterns hindeuten", wie es die Forschenden formulieren. So könnte er etwa einem Begleitstern Masse "gestohlen" oder sich mit einem anderen Stern verschmolzen haben. Ein solches Ereignis würde die Beziehung zwischen dem Kern und der Hüllenstruktur des Sterns verändern und ihn im Vergleich zu einem "normalen" Einzelstern wesentlich empfindlicher für die Auswirkungen von Magnetfeldern machen.

Nachdem sie ihre Hypothese theoretisch nachweisen konnten, machte sich das Forschungsteam auf die Suche nach geeigneten Kandidaten im Universum. Tatsächlich fanden sie Rote Riesen, bei denen bereits Hinweise auf starke Magnetfelder bekannt waren und die sich mit dem neuen theoretischen Modell beschreiben lassen, das von einer früheren Sternverschmelzung oder Massenzuwachs ausgeht. Den Studienautorinnen und -autoren zufolge könnten viele der Sterne, bei denen man Magnetfelder beobachtet, insbesondere massereiche Rote Riesen, möglicherweise Masse von einem anderen Stern aufgenommen haben. Um Magnetfelder im Inneren eines Sterns zuverlässig zu bestimmen, müsse daher auch seine Lebensgeschichte berücksichtigt werden.

Service: Link zur Studie: https://doi.org/10.1051/0004-6361/202661734

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