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Ländervergleich - Österreich nicht unter Besten bei Herzkrankheiten

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++ ARCHIVBILD ++ Männer und Frauen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ähnlich betroffen
©APA, dpa, Frank Molter
Österreich ist in Sachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht unter den Besten im Vergleich zu 54 anderen Ländern, deren Herzspezialisten Mitglieder der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) sind. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen, beim Risikoverhalten gibt es aber deutliche Unterschiede, hat eine Analyse des ESC-Atlas zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen ergeben.

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Die Wissenschafter, unter ihnen auch Daniel Scherr von der MedUni Graz, haben ihre neue Analyse zu "Geschlechtsunterschieden in der Herz-Kreislauf-Krankheitslast, den Risikofaktoren und dem Krankheitsspektrum in Europa", vor kurzem im "European Heart Journal" online veröffentlicht (doi: 10.1093/eurheartj/ehag782). Verwendet wurden Daten der "Global Burden of Disease Studie" aus dem Jahr 2023. Außerdem wurde die Entwicklung bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall etc., für den Zeitraum 1990 bis 2023 bestimmt.

Die aktuelle Situation: Im Jahr 2023 war die Gesamtbelastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der ESC-Region bei Männern und Frauen weitgehend ähnlich, wobei Frauen 55 Prozent (sechs Millionen) der Fälle und 50 Prozent der Todesfälle (1,5 Millionen) ausmachten, so die Experten.

Doch das scheinbare Gleichgewicht verschleiere "deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede" in der Häufigkeit verschiedener Erkrankungen, bei den Risikofaktoren und den geografischen Unterschieden, heißt es in der Studie. Die Wissenschafter: "Im Vergleich zu Männern wiesen Frauen einen geringeren Anteil an Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund ischämischer Herzkrankheit (Verengung der Koronararterien durch Atherosklerose; 38 Prozent versus 21 Prozent) und einen höheren Anteil aufgrund peripherer arterieller Verschlusskrankheit (vor allem "Schaufensterkrankheit"; 23 Prozent versus 19 Prozent) auf." Spezifisch bei den Frauen: 25 Prozent der späteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen dürften schon durch Bluthochdruck während Schwangerschaften "angelegt" worden sein.

Laut den Berechnungen ist die Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen 1990 und 2023 in den 55 Ländern durchwegs gesunken. Für die gesamte Region der in der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vertretenen Staaten verringerte sie sich um 50,5 Prozent (Männer und Frauen insgesamt). In Österreich betrug diese Abnahme der Herz-Kreislauf-Mortalität 56,6 Prozent.

Länder wie Portugal (minus 72,8 Prozent), Israel (minus 71,3 Prozent) oder Dänemark (minus 71 Prozent) schnitten hier deutlich besser als Österreich ab. Für Westeuropa (inklusive Österreich) wurde eine durchschnittliche Abnahme der Herz-Kreislauf-Mortalität um 61,5 Prozent registriert. Die Veränderungen bei der Sterblichkeit durch diese Erkrankungen waren in Österreich bei Männern und Frauen etwa gleich (minus 56,4 Prozent bei den Männern, minus 56,9 Prozent bei den Frauen).

Auch in den Risikoprofilen zeigten sich deutliche Unterschiede, insbesondere bei verhaltensbedingten Risikofaktoren: Insgesamt wiesen Männer bei Tabak und Alkohol um zehn bis 20 Prozentpunkte höhere Konsumwerte auf als Frauen. Auf der anderen Seite, lagen die Frauen beim Body-Mass-Index und beim Mangel an körperlicher Betätigung um fünf bis 15 Prozentpunkte schlechter.

Frauen sind aber je nach ihren Heimatländern offenbar extrem "verletzlich", was "Herzinfarkt, Schlaganfall & Co." betrifft. Die Wissenschafter: "Die Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen variierte weiterhin stark zwischen den Ländern, wobei Frauen deutlich stärker betroffen waren als Männer. Der Unterschied zwischen den Ländern mit der niedrigsten und der höchsten Häufigkeit war bei Frauen etwa dreimal so hoch wie bei Männern, die Unterschiede in der Mortalität und der vorzeitigen Mortalität waren sogar noch größer (bis zu 25-fach bei Frauen)."

KIEL - DEUTSCHLAND: ++ ARCHIVBILD ++ (ARCHIVBILD VOM 10.12.2021) - FOTO: APA/APA/dpa/Frank Molter

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