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"Wenn es in einem Jahr pro Woche im Schnitt einen zusätzlichen ungewöhnlich warmen Tag gab, dann führte das zu einem Anstieg der Wahrscheinlichkeit von 5,0 Prozentpunkten, für grüne Parteien oder Koalitionen mit Beteiligung von grünen Parteien zu stimmen", sagte der Forscher vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (NÖ) der APA. "Ebenso brachte ein zusätzliches Grad an übermäßiger Wärme im selben Zeitraum einen Anstieg um 2,8 Prozentpunkte", schrieb er mit seinen Kollegen in der Fachpublikation.
Auch die Sorgen um den Klimawandel und das Gefühl der Verantwortung dafür waren nach besonders warmen Jahren bei den Menschen um einige Prozentpunkte höher. Männer mit niedrigem Bildungsabschluss waren davon am meisten betroffen. Die Konfrontation mit Temperaturextremen ließ ihre zuvor "am wenigsten ausgeprägten umweltfreundlichen Einstellungen" auf ein Niveau an Klimafreundlichkeit steigen, das etwa hochgebildete Frauen schon zuvor hatten.
Die Temperaturveränderungen, die Menschen in ihrem Umfeld wahrnehmen, beeinflussen demnach ihre Einstellung zum Klimawandel, sagte Hoffmann: "Sie ziehen daraus auch Konsequenzen, wenn es um politische Entscheidungen geht." Weil sich dadurch der Druck auf der politischen Bühne erhöht, klimafreundliche Maßnahmen zu beschließen und umzusetzen, habe das potenziell noch größere Auswirkungen, als individuelle Verhaltensanpassungen.
Etwas beiseitegeschoben werden die persönlichen Erfahrungen mit extremer Wärme allerdings, wenn man in einem Gebiet wohnt, wo die Treibhausgasemissionen sehr hoch sind. Dort sind die Menschen beruflich und wirtschaftlich oft von emissionsintensiven Industriebetrieben abhängig und reagieren laut der Studie bezüglich ihrer Einstellung und des Wahlverhaltens weniger stark auf die Folgen der Klimakrise als anderswo.
(S E R V I C E - Studie: https://doi.org/10.1073/pnas.2321153122 )
ARCHIV - 25.06.2026, Brandenburg, Frankfurt (Oder): 36 Grad Celsius zeigt ein Thermometer vor der Nachmittagssonne an. (zu dpa: «RKI-Sommerbilanz: So viele Hitzetote wie seit Jahren nicht») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
