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Durch schriftliche Zeugnisse aus der damaligen Zeit, wie etwa Königslisten, Verwaltungsdokumenten und Inschriften, war die Abfolge der Geschehnisse bekannt. "Ihre exakte kalendarische Einordnung ist aber nie zweifelsfrei bestimmt worden", so die Forscher um Charlotte Pearson von der University of Arizona (USA). Die bisher besten Schätzungen anhand astronomischer Beobachtungen der Babylonier wichen beispielsweise um 150 bis 230 Jahre voneinander ab.
Als genauen Ankerpunkt verwendeten die Forscherinnen und Forscher exakt datierte Baumproben aus Europa, zum Beispiel Zirbenholz aus dem Ötztal (Tirol) und Eichenholz aus Deutschland. Damit erstellten sie genaue Vergleichswerte (Kalibrierkurven) für die Datierung mittels der Radiokarbonmethode. Dabei wird die Menge von radioaktivem Kohlenstoff (C14) in archäologischen Proben gemessen, die mit den Jahren stetig abnimmt.
"Die Daten kann man nun für Proben von überall sonst auf der Welt verwenden", sagte Kurt Nicolussi vom Institut für Geographie der Universität Innsbruck im Gespräch mit der APA. So wurde es möglich, Hölzer von archäologischen Fundorten in Anatolien aufs Jahr genau zu datieren, wie er erklärte. Anatolien war damals über Handelsnetzwerke direkt mit Mesopotamien verknüpft.
Über ihre Kalibrierung und die Messungen in Anatolien schufen die Forschenden die Grundlage, die bisher "frei schwebende Chronologie" des alten Babylons zu verankern. Dadurch konnten sie die wohlbekannten historischen Ereignisse zeitlich genau bestimmen. Demnach entspricht das 32. Regierungsjahr des Gesetzgeber-Königs Hammurabi etwa dem Jahr 1754 vor unserer Zeitrechnung. Damals begann er eine aggressive Expansion Richtung Norden und Osten. Den Untergang des Altbabylonischen Reiches unter Hammurabis Ururenkel Šamšu-ditāna datierten sie wiederum auf das Jahr 1587 vor unserer Zeitrechnung.
(S E R V I C E - Studie: https://dx.doi.org/10.1073/pnas.2615871123 )
Visitors walk past the reconstructed walls at the archaeological site of ancient Babylon during the Babel (Babylon) International Festival, about 100 kilometres south of Iraq's capital on October 29, 2021. Organised for the first time in 20 years, the Babylon Festival has drawn thousands of Iraqis hungry for arts and music to a country ravaged by years of violence. The festival's last edition dates back to 2002, just before the US invasion and the fall of dictator Saddam Hussein a year later. (Photo by Sabah ARAR / AFP)
