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Der Rechnungshof (RH) hatte bereits 2008 in einem Bericht kritisiert, dass es in den österreichischen Auslandsschulen - anders als etwa in jenen Deutschlands oder der Schweiz - bei den Schülern keine Durchmischung gibt. Künftige Standorte sollten deshalb dort entstehen, wo es eine größere Zahl österreichischer Kinder zu versorgen gibt. "Im direkten Kontakt mit Kindern aus dem Gastland und aus anderen Ländern könnten internationale Netzwerke entstehen, die einen größeren Nutzen für Österreich ermöglichen könnten", so die Empfehlung des RH, der generell eine Strategie in puncto Auslandsschulen verlangte. Damals gab es sechs Auslandsschulen, seither sind ein Standort in Mexiko und einer in Moldau dazugekommen.
Die österreichischen Auslandsschulen sind laut Bildungsressort "aufgrund von historischen, wirtschaftspolitischen und kulturpolitischen Überlegungen" entstanden. Andere Staaten dagegen zielen bei ihren Auslandsschulen vor allem darauf ab, ihre eigenen Staatsangehörigen zu versorgen - etwa Kinder von Diplomaten, Expats oder im jeweiligen Land stationierten Soldaten.
Das Sankt-Georgs-Kolleg, Realgymnasium und Handelsakademie in Istanbul, wurde schon 1882 gegründet. 1958 folgte das Instituto Austriaco Guatemalteco in Guatemala City, mit knapp 1.000 Schülern in der Primar- und Sekundarstufe ist es die aktuell größte Auslandsschule. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs "beziehungsweise in Umsetzung entwicklungspolitischer Schwerpunkte gemeinsam mit dem österreichischen Außenministerium" folgten in den 1990ern ein Gymnasium in Prag, zwei Primar- und Sekundarschulen in Budapest und 2007 eine Höhere Technische Schule für Informationstechnologie im albanischen Shkodra.
Jüngste Neuzugänge sind das Colegio Austriaco Mexicano mit Primar- und Sekundarstufe in Querétaro aus 2011 und seit diesem Schuljahr die Scoala Austriaca Moldova in Chişinău. Die HTL für Elektronik und Technische Informatik soll beim Abdecken des Fachkräftebedarfs in Österreich helfen.
Träger der Auslandsschulen sind je nach Standort Stiftungen, Vereine oder Orden. Österreich entsendet und bezahlt Subventionslehrkräfte, die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort werden von den Trägern entlohnt. "In Einzelfällen bzw. bei Sonderbedarf" werden von Österreich auch Förderungen vergeben. Der Unterricht findet nach dem österreichischen Lehrplan - mit Anpassungen an die landesüblichen Bestimmungen statt und ist mehrsprachig. Neben der Landessprache, Englisch und weiteren Fremdsprachen wird Deutsch bis zum Niveau C1 (österreichisches Maturaniveau) gelehrt.
Im Jahr schließen rund 300 Jugendliche an den Auslandsschulen neben dem landesüblichen Abschluss auch die österreichische Matura ab. Seit diesem Schuljahr nehmen sie dabei - sofern die Zeitverschiebung nicht dagegen spricht und es keine Terminkollisionen etwa mit lokalen Feiertagen gibt - an der Zentralmatura teil. Laut Anfragebeantwortung geht danach etwa die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen zum Studium nach Österreich - Tendenz steigend.
Das Ministerium betont außerdem den Mehrwert der Lehrkräfte, die von den Auslandsschulen wieder ins österreichische Schulsystem zurückkommen: Diese seien nachweislich sprachsensibler und könnten damit besser mit dem zunehmenden Anteil an mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen in Österreich umgehen.
THEMENBILD ++ Illustration zu Schule, Unterricht, Bildung aufgenommen am 21. Mai 2019 in Wien.





