von
Im Zeitverlauf zeigt sich, dass das Interesse nicht unbedingt zunimmt. In den ersten beiden Kalendermonaten gingen 80 Anträge bei der PVA ein, im März weitere 81, im April waren es 51, im Mai nur mehr 33 und im Juni 44 Anträge. Das Sozialministerium war im vergangenen Jahr noch davon ausgegangen, dass sich rund 10.000 Menschen pro Jahr für die Teilpension entscheiden. Kalkuliert wurden Einsparungen in der Höhe von rund 200 Mio. Euro im Jahr 2026 und 400 Mio. 2027.
Mit der neuen Teilpension sollen Beschäftigte länger im Erwerbsleben gehalten werden. Ältere Beschäftigte können einen Teil der Pension beziehen und gleichzeitig reduziert weiterarbeiten. Angetreten werden kann die Teilpension in Absprache mit dem Dienstgeber, wenn man die Voraussetzungen für eine Alterspension (reguläre Alterspension, Korridor, "Hacklerregelung", Schwerarbeiterpension) erfüllt.
Unter den Anträgen dominiert die Gruppe der Personen mit Anspruch auf die Langzeitversichertenregelung, 104 Anträge kamen von ihnen. 71 Anträge stellten Personen, die Anspruch auf eine Korridorpension haben, 25 mit Anspruch auf eine Schwerarbeiterpension und 89 waren reguläre Pensionsanwärter. Unter anderem daraus erklärt sich wohl auch die Schieflage im Geschlechterverhältnis: Insgesamt 227 Anträgen von Männern bei der PVA stehen nur 62 von Frauen gegenüber, fast alle Frauen hatten einen Anspruch auf eine reguläre Alterspension.
Zu den budgetären Auswirkungen des deutlich unter den Erwartungen bleibenden Interesses an der Teilpension wollte das Sozialministerium keine Einschätzung abgeben. "Eine finanzielle Abschätzung ist nach so kurzer Zeit nicht seriös machbar", hieß es auf Anfrage. Die Teilpension sei ein neues Modell und es brauche Zeit, bis es sich etabliere. "Gleichzeitig sehen wir, dass wir noch intensiver darüber informieren müssen", so das Sozialministerium, das werde man auch gemeinsam mit den Sozialpartnern tun.
