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Katharina Mair und Clemens Hofstädter werden im Rahmen des Jugenddelegierten-Programms bei der heurigen Weltklimakonferenz dabei sein. Die allgemeine Ausgangslage beurteilte Mair vor Journalisten als "wirklich dramatisch". Die aktuellen Projektionen weisen auf eine Erderwärmung von 2,8 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts hin. Was dabei oft vergessen werde, ist, dass selbst in diesen Szenarien mit einer Zehn-Prozent-Wahrscheinlichkeit auch eine Erhitzung Richtung 3,4 Grad und darüber möglich ist, erklärte der Klimaforscher Daniel Huppmann vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg (NÖ).
Angesichts dessen müsse der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern tatsächlich forciert werden. Stattdessen findet sich dieser in den vergangenen Jahren immer weniger weit oben in politischen Bekenntnissen und Plänen. Obwohl Iran-Krieg und Co. die dramatischen Auswirkungen der Abhängigkeit laut dem Forscher offenlegen, schreiten politische Impulse zur "Elektrifizierung" zumindest in unseren Breiten kaum voran. Während man sich hierzulande und in vielen Teilen Europas teure Spritpreisbremsen leistet, geht es andernorts recht klar etwa in Richtung E-Mobilität, die vielfach mit Erneuerbaren-Ausbau gekoppelt ist. In Österreich hingegen baut man Skigebiete selbstverständlich aus und erlebe massiven Gegenwind beim Neu- und Ausbau von Windkraftanlagen, so Huppmann.
Höre man jungen Menschen im Land zu, vernehme man ganz andere Positionen als jene der Industrie und in vielen Teilen der Politik. Selbst nach der Rekordhitze und Trockenheit 2026 höre letztere aber weiter viel eher auf "Einzelinteressen der fossilen Wirtschaft", als auf jene, die von den Folgen des hurtig fortschreitenden Klimawandels am stärksten betroffen sein werden, betonte Hofstädter. Auf das Einbeziehen der Stimme der Jugend sei zudem im Klimagesetz-Entwurf einfach "vergessen" worden. Anlässlich des heutigen Endes der Begutachtungsfrist des Gesetzes forderte man daher "einen festen Platz für junge Menschen im Gestaltungsprozess".
Mit der "Standortklausel", die bei nicht näher definierten wirtschaftlichen Verwerfungen ein automatisches Aufweichen des erst Ende 2027 vorgesehenen Klimafahrplanes vorsieht, sei man im Gesetzesentwurf den Industrie-Lobbys sehr entgegengekommen, so Hofstädter. Die Klimaaktivistin Klara König ortet im Gesetzesentwurf ein "Versprechen ohne Unterschrift", da bei einem Abweichen vom Pfad keine Klage gegen die Entwicklung eingebracht werden kann: "Die Industrie bekommt eine Hintertür, die Jugend eine geschlossene Gerichtstür." Die vielen Löcher in dem nach jahrelanger Wartezeit ungenügenden Entwurf "ohne Konsequenzen" müssten nun gestopft werden.
Auf europäischer und weltweiter Ebene wünschen sich die Jugenddelegierten auf der bis zum 20. November anberaumten COP31 echte Impulse in Richtung Treibhausgasreduktion, Anpassung an den Klimawandel oder zur Verteilung der Kosten durch Verwerfungen, die durch die Veränderung entstehen. Die Flutkatastrophe im Himalaya vom September habe gezeigt, dass diese Ereignisse nicht nur viele Menschenleben fordern, sondern auch Milliarden kosten. Internationale "Loss and Damage"-Ausgleichsfonds seien hingegen nur mit Millionen gefüllt, erklärte Huppmann, der auch Obmann des "Climate Change Centre Austria" (CCCA) ist.
Trotz der prekären Situation seien die Klimawissenschaften momentan "massiven Angriffen" ausgesetzt. Auch in Österreich steht ein Fragezeichen hinter der Finanzierung des zentralen Klimaforschungsprogrammes (ACRP) des Klima- und Energiefonds. International werde die Arbeit des Weltklimarates IPCC blockiert. Es fehlen politische Beschlüsse und Geld für den nächsten Weltklimabericht. Nachdem die USA unter Präsident Donald Trump hier als Anschieber ausfallen, sollten die EU oder China "auf den Tisch hauen" und den Prozess wieder auf Schiene bringen.
Aufgrund vager Ergebnisse wurden zuletzt auch die COPs insgesamt stark kritisiert. Für die Delegierten und den Klimaforscher ist das jährliche Forum aber trotzdem "essenziell". Seit den Pariser Beschlüssen 2015 gehe manches zumindest in die richtige Richtung - wenngleich auch viel zu langsam, war man sich einig. Die Konferenzen und den Prozess an sich solle man "aber nicht madig machen", meinte Huppmann.
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