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IV-Präsident Georg Knill verwies in einer Aussendung am Dienstag auf den globalen Wettlauf um Schlüsseltechnologien. Universitäten und Industrie müssten noch enger zusammenarbeiten, damit Österreich eine führende Rolle einnehmen und Wohlstand gesichert werden könne. Damit Forschung schneller zu Innovation und Wertschöpfung werde, bräuchten die technischen Universitäten unterdessen starke Partner in der Wirtschaft, politisches Commitment und finanzielle Planungssicherheit, so TU-Austria-Präsident Horst Bischof.
In der Industrie fehlten den Angaben zufolge zuletzt rund 40.000 Technikerinnen und Techniker. Drei von vier Industrieunternehmen meldeten Engpässe bei Hochqualifizierten, besonders in Technik, Produktion und IT. Bis 2030 sollen zudem zehntausende zusätzliche MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)-Jobs in Schlüsseltechnologien entstehen. Gleichzeitig würden nur 64 Prozent aller Studien prüfungsaktiv betrieben, die Studienabbruchquote liege bei technischen Studien bei rund 52 Prozent.
Die IV und TU Austria plädieren daher für eine "MINT-Offensive", um mehr Absolventinnen und Absolventen und explizit mehr Frauen in der Technik zu gewinnen. Frühe, individuelle Studienberatung, aber auch mehr Verbindlichkeit im Studium durch eine Erhöhung der Mindeststudienleistung brauche es hierfür. Parallel dazu sollen technische Universitäten ihre Curricula enger an Zukunftskompetenzen ausrichten und mehr Industriepraktika inkludieren.
Ein weiterer Schlüsselfaktor seien internationale Talente. Rund ein Viertel der Studierenden in Österreich komme aus dem Ausland. IV-Präsident Knill forderte die rasche Anerkennung internationaler Ausbildungen und Qualifikationen, klare Arbeitsmarktzugänge und Bleibeanreize, um dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich zu begegnen.
Auch bei der Kommerzialisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse falle Österreich derzeit noch zurück. IV und TU Austria wollen daher Kooperationen mit Industrieleitbetrieben verstärken. Zentral sei dabei auch der in der "Industriestrategie 2035" der Regierung angekündigte Dachfonds für Start-ups und Scale-ups, der rasch umgesetzt werden müsse.
ILLUSTRATION - 20.06.2018, Sachsen, Dresden: Magnetbuchstaben an einer Tafel bilden den Begriff MINT. MINT ist eine zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichtsfächern aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. (zu dpa: «MINT ist was für Mädchen») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
