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Der Nasenspray-Impfstoff für Kinder von zwei bis 18 Jahren wird laut Paulke-Korinek bereits ausgeliefert, ebenso die Vakzine für Personen ab 60 Jahren und bestimmte Risikogruppen. Sie gehe davon aus, dass ab den Kalenderwochen 43/44 - also Mitte bis Ende Oktober - auch eine "gewisse Menge" da sei, um Kinder ab sechs Monaten beziehungsweise Schwangere und Personen im Umfeld von Neugeborenen zu impfen, erläuterte Paulke-Korinek bei einer Pressekonferenz des Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH).
Das Gesundheitsressort hatte am Wochenende in der "Kronen Zeitung" wegen der Verzögerungen durch Produktionsprobleme und störanfällige internationale Lieferketten betont, dass besonders gefährdete Gruppen priorisiert werden. Für Kinder zwischen zwei und 18 Jahren stehen demnach rund 259.000 Impfdosen zur Verfügung, für Menschen ab 50 Jahren rund 538.000 Dosen. Weitere 100.000 Dosen für Säuglinge, Schwangere und Risikopatienten seien unterwegs.
Für die aktuelle Saison wurden insgesamt knapp 1,7 Millionen kostenfreie Influenza-Impfdosen bestellt - ein Anstieg um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hieß es bei der Pressekonferenz. Die Durchimpfungsrate bei der Grippe-Impfung soll bei älteren Menschen und weiteren Risikogruppen nämlich langfristig auf 75 Prozent gesteigert werden, berichtete Paulke-Korinek. Um das Ziel zu erreichen, werde das öffentliche Impfprogramm (ÖIP) kontinuierlich ausgebaut und die Kommunikation optimiert. In der Gesamtbevölkerung lag die Impfquote gegen die "echte Grippe" in der Saison 2025/26 bei 13 Prozent, bei den Über-65-Jährigen bei ca. 24 Prozent.
"Fakt ist, dass es immer noch Unzulänglichkeiten beim öffentlichen Impfprogramm gibt", sagte Rudolf Schmitzberger, Leiter des Referats für Impfangelegenheiten der Österreichischen Ärztekammer. Das zeige die aktuelle Verzögerung beim Grippe-Impfstoff, er verwies aber auch auf weitere Probleme für die impfenden Ärztinnen und Ärzte sowie die Bevölkerung. Die Ärztekammer hatte zuletzt immer wieder Probleme bei der Verfügbarkeit des Gürtelrose-Impfstoffs und bei der Bestellmöglichkeit der Vakzine im e-Impfshop kritisiert. Dass fast 900.000 Impfdosen zu spät eintreffen, sei ein inakzeptabler Zustand, betonte auch die FPÖ am Montag in einer Aussendung.
"Während der Covid-19-Pandemie mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen sind manche Erkrankungen fast gar nicht aufgetreten. Jetzt sehen wir praktisch das Gegenteil: eine Co-Zirkulation von Covid-19, Influenza, Pneumokokken, RSV und anderen", erläuterte der Lungenmediziner Arschang Valipour bei der Pressekonferenz. "Jede Infektion kann in weiterer Folge bei älteren Menschen zu einem anhaltenden Verlust von Muskelkraft, Mobilität und Selbstständigkeit führen. Außerdem können respiratorische Infektionen das Risiko für eine weitere Infektion nach sich ziehen. Impfungen können diesen Kreislauf an mehreren Stellen durchbrechen", betonte Valipour.
Aktuell zeigen sowohl die Abwasseranalysen als auch die Krankenhausdaten einen ersten leichten Anstieg der Covid-19-Fallzahlen. Im aktualisierten österreichischen Impfplan ist eine Auffrischung gegen das Coronavirus bereits im Spätsommer oder Herbst empfohlen. "Covid-19 ist eine Krankheit, von der viele nichts mehr hören wollen", sagte Schmitzberger. "Die Realität ist aber: SARS-CoV-2 ist nicht verschwunden, sondern wird uns weiterhin begleiten." Auch gegen Pneumokokken und RSV sind für Personen ab 60 Jahren und Risikogruppen Impfungen empfohlen.
Das öffentliche Impfprogramm schützt nicht nur die geimpften Personen, sondern wirkt sich auch kostensparend auf das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft aus, berichtete ÖVIH-Präsidentin Sigrid Haslinger aus einer Analyse des Instituts für pharmaökonomische Forschung (IPF). Die Impfungen gegen Influenza, Humane Papillomaviren (HPV), Pneumokokken und Herpes Zoster (Gürtelrose) wurden darin über eine Zeitspanne von 2026 bis 2030 evaluiert.
"Demnach könnten durch die untersuchten Impfungen innerhalb von fünf Jahren rund 643.000 Krankheitsfälle und etwa 3.600 Todesfälle verhindert werden. Außerdem ließen sich rund 152.000 Krankenstandsfälle sowie insgesamt rund zwei Millionen Krankenstandstage vermeiden", erläuterte Haslinger. "Für diesen Zeitraum ergibt sich ein potenzielles Einsparungsvolumen von rund 1,06 Milliarden Euro für Gesundheitswesen und Volkswirtschaft."
++ THEMENBILD ++ Illustration zu den Themen Impfpass/Impfen/Impfstoffe/Vorsorge/Gesundheit/Gesundheitsvorsorge/Krankheit/Virus/Viruserkrankungen/Medizin/Volksgesundheit/Epidemie/Infektionen:..Im Bild: Ein Internationaler Impfpass, aufgenommen am Montag, 27. Oktober 2025.
