ABO

"Hello Worlds!" im AEC - Auf Tuchfühlung mit der KI

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Corpus Corax übersetzt von Mensch zu Rabe
©Ars Electronica Futurelab, Firefly, APA
Das Ars Electronica Center (AEC) stellt rund um sein 30-jähriges Bestehen seine Dauerausstellung neu auf. Ein zentraler Bestandteil dabei ist die Schau "Hello Worlds!", die im Rahmen des Ars Electronica Festivals präsentiert wird. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wohin entwickeln wir uns, wie/wer werden die Menschen der Zukunft sein? Der Besucher kann in der Ausstellung im AEC-Untergeschoß auf Tuchfühlung mit KI gehen und bekommt danach sogar die Rechnung dafür präsentiert.

von

News auf Google bevorzugen

Der Erneuerungsprozess im AEC werde bis Frühling nächsten Jahres dauern, so der künstlerische Leiter Gerfried Stocker bei der Presseführung am Montag. Einen Einblick bekommt das Publikum bereits mit Beginn des am Mittwoch startenden Ars Electronica Festivals, das heuer unter dem Titel "Negotiating Humanity" steht. Die Ausstellung "Hello Worlds!", die vom Ars Electronica Future Lab gemeinsam mit Toyota erarbeitet wurde, sieht sich als "zukunftsorientierte Ausstellungsplattform", die auch immer wieder weiterentwickelt werden kann.

Zu Beginn ist der Besucher bzw. die Besucherin eingeladen, sich anzumelden: Vor einem Spiegel werden Profile erstellt. An den einzelnen Ausstellungspunkten wird man dann mittels Gesichtserkennung identifiziert und erhält personalisierte Informationen. Zuvor muss man angeben, in welcher Sprache man kommunizieren möchte, wie groß die Schrift sein muss und ob man einfache oder tiefergehende Erklärungen möchte. Verlässt man die Ausstellung, werden die Daten gelöscht, betonte Maria Pfeifer vom Futurelab. Wer skeptisch ist, kann sein Profil auch mit einer der vorrätigen Gesichtsmasken erstellen, auch ganz ohne Profil ist ein Ausstellungsbesuch möglich.

Die Schau gliedert sich in drei Teile: "Hello me!" beschäftigt sich damit, wie KI, Sensorik, Robotik etc. eine Person verstärken können. So ist etwa ein Stuhl mit insektenartigen Füßen zu sehen, der einen auch über unwegsames Gelände tragen kann. Ein Video zeigt Ideen wie Schuhe, die verhindern, dass man bei Rot über die Straße und in ein Auto läuft, oder einen Schmetterling, der einen wie ein guter Geist umflattert und auf Kleinigkeiten des Alltags aufmerksam macht, etwa einen Regenmantel mitzunehmen, wenn Niederschlag gemeldet ist.

In "Hello You!" tritt man in Dialog mit einem nicht-menschlichen Gegenüber, von Tieren bis Elektrogeräten. So kann man etwa mit einer Kaffeemaschine verhandeln, ob man eine Tasse Muntermacher bekommt, und mit einem Raben diskutieren. Dafür spricht man eine Frage in ein Mikrofon, dann wird diese in "Rabisch" übertragen und die gekrächzte Antwort zurückübersetzt.

Im dritten Teil "Hello us!" geht es um eine vernetzte, plurale Welt. Die Installation "No bird" ist eine Art Maschine, die Spuren, die ein Vogel laufend in den Sand macht, wieder verwischt. Im Zentrum dieses Ausstellungsteils steht aber der "Resonance Loom", ein Webstuhl, der die in der Ausstellung anfallenden Daten zu einem Muster verknüpft. Die Besucher werden mit Fragen - etwa, wer die Verantwortung für das Handeln von KI tragen sollte - konfrontiert. Aus ihren Diskussionen wird dann - ein aktivierter Aufnahmeknopf vorausgesetzt - eine Zusammenfassung extrahiert und allgemein sichtbar "verwebt".

Am Ende der Ausstellung kann sich der Besucher als Souvenir eine Rechnung ausstellen lassen. Der ausgedruckte Kassenbon enthält - in der jeweils gewünschten Sprache - Transkripte der Unterhaltungen, die man mit den Ausstellungsobjekten geführt hat, aber auch Daten über die Verweildauer oder den Energieverbrauch, den man in der Ausstellung verursacht hat.

(S E R V I C E - https://ars.electronica.art/futurelab/de/hello-worlds/ )

LINZ - ÖSTERREICH: FOTO: APA/Ars Electronica Futurelab with Firefly

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER