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Gut die Hälfte der gar nicht geimpften Kinder lebt in vier Ländern: Kasachstan, Türkei, Großbritannien und Aserbaidschan. Die Zahlen im Einzelnen: Insgesamt waren im vergangenen Jahr in den 53 Ländern zusammen 43.000 Kinder weniger gar nicht geimpft als 2024. Insgesamt fehlte noch 566.000 Kindern jeglicher Impfschutz, und 258.000 Kinder waren nur unzureichend geschützt.
Zu den ersten Impfungen, die Babys erhalten, gehören die gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis; DTP). In der gesamten Europa-Region lag die Rate bei 94 Prozent, wie im Jahr davor. 2019 waren es noch 96 Prozent. Rund 92 Prozent der Kinder in der Europa-Region bekamen - ebenso wie im Jahr davor - die erste Dosis der Masern-Impfung. 2019 waren es noch 94 Prozent gewesen.
Für Österreich zeigten die WHO-UNICEF-Schätzungen im Jahr 2025 insgesamt eine stabile bis leicht verbesserte Impfquote bei den meisten Standardimpfungen im Kindesalter, hieß es in einer Aussendung von UNICEF Österreich. Im Vorjahr erhielten 95 Prozent der Babys zumindest eine Impfdosis gegen Polio sowie gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. Die erste Dosis der Masernimpfung erhielten hierzulande 95 Prozent. Damit erreichte das Land wieder die von der WHO angestrebte Durchimpfungsrate. 2024 waren es nur 90 Prozent.
Deutlich kritischer sei laut UNICEF Österreich die Situation bei den vollständigen Impfserien. Die Durchimpfungsrate etwa für die dritte DTP-Dosis, die dritte Hepatitis-B-Dosis sowie den Abschluss der Polio-Grundimmunisierung lag jeweils nur bei 88 Prozent. Dies deute darauf hin, dass viele Kinder zwar mit der Impfserie beginnen, diese aber nicht vollständig abschließen.
Besonders problematisch blieb die zweite Masernimpfung. Mit einer Quote von 84 Prozent lag Österreich weiterhin deutlich unter den 95 Prozent, die für einen nachhaltigen Schutz vor Masernausbrüchen und die Elimination der Krankheit notwendig wären. Die Rotavirus-Impfung wies mit lediglich 61 Prozent die niedrigste Abdeckung aller erfassten Kinderimpfungen auf und stagniert seit Jahren, hieß es von UNICEF Österreich.
Die UNO-Organisationen sind besorgt über Rückgänge bei Impfraten in manchen Ländern. Das liege unter anderem daran, dass Impfprogramme in zahlreichen Konfliktgebieten eingeschränkt seien, aber auch an fehlenden Mitteln nach der Kürzung von Entwicklungshilfe durch viele reichere Länder.
Die WHO nennt aber auch Falschinformationen über Risiken beim Impfen als Problem. "Impfstoffe haben in den letzten fünf Jahrzehnten mehr als 150 Millionen Menschenleben gerettet", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bereits im vergangenen Jahr.
