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"Bunt, appetitlich und kindgerecht portioniert: Das mögen alle Kinder. Aber die eine "perfekte Brotbox" gibt es nicht. Sie sollte immer zum Ess-Typ des eigenen Kindes und zum familiären Essalltag passen", sagt die Diplom-Ökotrophologin Sigrid Fellmeth, die auf Kinderernährung und Ernährungsbildung spezialisiert ist.
Sie formuliert eine Grundregel, die sich Eltern gut merken können: "Im Alltag hilft eine einfache Struktur: ein "Sattmacher" aus Getreide oder einem Getreideprodukt – am besten Vollkorn, dazu eine kleine Portion Eiweiß, etwa Käse oder Hülsenfrüchte, reichlich frisches Obst und Gemüse und gerne ein kleines Extra."
Das kann etwa so aussehen: Ein Vollkornbrot mit Frischkäse oder Humus, ergänzt durch Gurkenscheiben und Paprikasticks, Apfelstücke und als Extra etwas Knuspriges wie kleine Vollkorn-Cracker oder ein paar Nüsse oder Trockenfrüchte. Die Expertin rät dazu, alles in die passende Form zu bringen – Herzen oder Sternchen braucht es aus Ihrer Sicht dafür nicht: "Ein Brot in Stangen oder Dreiecke geschnitten und mundgerechte Obst- oder Gemüsestücke landen schneller im Kindermund als große Scheiben oder ein ganzer Apfel."
Wer Ideen abseits von belegten Broten und Obststückchen sucht, wird im Buch "Gesunde Brotboxen" von Lena Merz und Annina Schäflein fündig. Die Autorinnen zeigen zum Beispiel, wie Quinoa-Bratlinge gelingen, die sich gut in der Brotbox machen. Die Zubereitung, versprechen sie, sei einfach. "Alle unsere Rezepte sind so konzipiert, dass sie beim ersten Versuch gelingen", sagt Lena Merz.
Ein Extra-Tipp: "Ein Bratling-Teig, der feucht ist, sollte so wenig wie möglich geknetet oder gerührt werden, ein trockener sollte kräftig mit den Händen durchgeknetet werden." Ansonsten brauchen die Bratlinge nur etwas Fingerspitzengefühl und den Mut, sie auszuprobieren - selbst, wenn Quinoa und Brokkoli bisher nicht zu den Lieblingszutaten der Kinder gehören.
Der beste Tipp, damit diese Lebensmittel gut ankommen: "Alle diese Zutaten ab Tag eins der Beikost anbieten, dann werden sie auch gemocht", sagt Food-Expertin Merz. Wer dafür zu spät dran ist, kann kreativ werden: "Man bezeichnet die Bratlinge einfach als Dino-Nuggets oder Powerkugeln - oder denkt sich einen witzigen Namen aus." Dann steigen die Chancen, dass sie auch gegessen werden.
Die fertigen Bratlinge halten mindestens zwei Tage im Kühlschrank und können auch tiefgekühlt werden – so liegen sie immer bereit, wenn die nächste Box befüllt werden will.
Ob immer wieder etwas Neues in der Box stecken sollte oder sie jeden Tag ähnlich gefüllt ist, das hängt vom Kind ab. "Kinder haben unterschiedliche Esspersönlichkeiten", erklärt Sigrid Fellmeth. "Der "Neugierige" liebt Überraschungen und freut sich, wenn die Versperdose täglich anders bestückt ist. Den "Skeptiker" entspannt es, wenn er zumindest einen Teil des Pausenbrotes gut kennt. Das gibt ihm im aufregenden Kindergarten- und Schulalltag Sicherheit." Ein guter Mittelweg kann es sein, täglich eine bekannte Komponente einzupacken und dazu etwas Neues anzubieten.
Wichtig ist es der Expertin zufolge auch, auf den persönlichen Ess-Typ zu achten. Manche Kinder seien "Trennköstler", die Brotstangen, Käsewürfel und Paprika gern einzeln essen, andere löffeln dafür genussvoll und langsam ein Overnight-Müsli mit frischen Beeren – frisch und sicher bleibt das in speziellen Dosen, die kühlen und sich gut zum Mitnehmen eignen.
"Es gibt also nicht die ideale Box, sondern entscheidend ist, dass die Brotbox zum Kind passt", so Fellmeth. "Natürlich spielen auch die kulturellen Essgewohnheiten eine Rolle: Am besten klappt es mit Lebensmitteln, die das Kind bereits von zu Hause aus kennt. Statt Vollkornbrot können es genauso gut Falafel, Reisbällchen oder ein Wrap sein."
Eine weitere Idee aus dem Buch von Lena Merz und Annina Schäflein: Marillen-Nuss-Wölkchen, die fast wie Kekse aussehen. Sie bestehen aus Eiern, Apfelmark, weicher Butter, Mehl, gemahlenen Haselnusskernen, Backpulver und Marillen, der Teig ist schnell gemacht:
Auch so entsteht ein gesunder Snack, der gut schmeckt und Freude macht: "Als Alternative zu Marillen kann man jedes andere Steinobst verwenden", sagt Lena Merz. Ihr Tipp: "Die Wölkchen halten sich zwei Tage im Kühlschrank und können wie alle Backwaren auch tiefgekühlt werden."
Ein wichtiger Gedanke, den Eltern beim Befüllen der Brotbox im Kopf haben sollten: "Der Blick in die Brotdose ist für das Kind wie eine kleine Brücke zum Elternhaus. Er vermittelt das Gefühl: Hier hat jemand hat an mich gedacht und begleitet mich durch den Tag", sagt Sigrid Fellmeth. "Deshalb lohnt es sich, genau zu überlegen, welches Pausenbrot wirklich zum eigenen Kind passt."
---: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Gräfe und Unzer/Mona Binner
Foto: Mona Binner/Gräfe und Unzer/dpa-tmn..ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text und nur bei vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
WITTENBERGE - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Christin Klose/Christin Klose
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