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In der Forschung galt lange die Annahme, dass eine Verdopplung des Erbguts einer Pflanze unmittelbare evolutionäre Vorteile verleiht. Bisher ging man davon aus, dass vervielfachte Gene die Widerstandsfähigkeit gegen klimatische Umbrüche direkt steigern. Die Freiburger Forschenden widerlegten diesen Mythos anhand des Glatten Brillenschötchens (), einer alpinen Modellpflanze. Diese kommt in der Natur in zwei Formen vor: einmal mit einfachem Erbgut und einmal mit einer verdoppelten Variante, die sich bereits vor Tausenden von Generationen gebildet hat. Die Pflanzen wurden über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten entweder normalen Alltagstemperaturen (20 Grad Celsius) oder Stressbedingungen (über 40 Grad) ausgesetzt.
Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift "PNAS" veröffentlicht wurden, zeigen, dass die künstliche Genomverdopplung keineswegs sofort zu mehr Leistung führt. Im Gegenteil: Die synthetisch verdoppelten Pflanzen wuchsen langsamer und schnitten unabhängig von der Temperatur schlechter ab als die Ausgangsform. Erst der lange Evolutionsprozess verwandelte diesen Nachteil in einen Vorteil. Jene Pflanzen, bei denen sich das Erbgut bereits vor Tausenden von Generationen natürlich verdoppelt hatte, zeigten unter Hitze eine deutlich bessere Leistungsfähigkeit.
Diese Erkenntnisse könnten laut der Universität "konkrete Auswirkungen auf die Landwirtschaft" haben. Da die meisten unserer Nutzpflanzen ein verdoppeltes Genom besitzen, haben sie demnach wahrscheinlich das Potenzial, sich an die Klimabedingungen der Zukunft anzupassen.
S E R V I C E - https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2533430123
