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So lassen Sie Smartphone-Angreifern keine Chance

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Ein Virenscanner ist nicht unbedingt notwendig
©APA/APA/dpa/gms/Laura Ludwig/Laura Ludwig
Private Fotos, Videos und Nachrichten. Sensible Dokumente, die eigenen Kontakte und Zugänge zu Mail-Postfächern, sozialen Netzwerken oder zum Online-Banking. Das Smartphone ist der Schlüssel zum eigenen Leben. Es gehört tunlichst nicht in fremde Hände. Und sollte nicht von Dritten ausgespäht werden. Hier erfahren Sie, wo die größten Gefahren liegen - und wie Sie sich davor schützen können.

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Spam-Nachrichten und Phishing sind der typische Weg von Cyberkriminellen, um an die Daten ihrer Opfer zu gelangen. Das stellt das Bundeskriminalamt (BKA) in ihrem Lagebild Cybercrime fest.

Das gilt natürlich nicht nur auf Computern, sondern auch auf Smartphones. Und die Phishing-Angriffe kommen nicht nur per E-Mail, sondern auch per SMS (Smishing) oder Messenger-Nachricht.

"Dem einen oder anderen ist vielleicht nicht so ganz klar, dass das Smartphone ja immer mit meiner Identität verbunden ist über meine Telefonnummer", sagt Jens Heider vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT). "Da darf man nicht allzu naiv sein."

Eine häufige Angriffsmasche ist die gefälschte Paket-Status-SMS. Wer auf den Link in der Nachricht tippt, kommt auf eine Seite und soll dann eine App installieren, die angeblich vom Paketdienstleister stammt. Tatsächlich handelt es sich um Schadsoftware.

Schaut man allein auf die Zahl bekannter Android-Schädlinge, könnte man in Panik verfallen. Doch praktisch sieht es anders aus. "Das tatsächliche Risiko, sich eine Schadsoftware auf Android einzufangen, ist in Wirklichkeit äußerst gering - sofern man nicht jede App installiert, die bei drei nicht auf den Bäumen ist", erklärt der IT-Sicherheitsforscher Mike Kuketz in seinem Blog.

Kurzum: Nicht so viel, wie manche vielleicht glauben. Denn die Apps können oft nicht so arbeiten, wie sie gerne würden.

Woran das liegt, erklärt Informatiker Christopher Beckmann, der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) forscht: "Gerade im mobilen Kontext ist die Effektivität von Virenscannern ohne Administrationsrechte auf dem Gerät eingeschränkt, weil die Virenscanner-App, wie jede andere App auch, durch ihre Sandbox isoliert ist."

Das Sandbox-Prinzip wird bei iOS und bei Android angewendet. Es bedeutet, dass alle Apps durch Sicherheitsmaßnahmen voneinander getrennt sind. Das gilt selbst für Virenscanner-Apps, die dadurch andere Anwendungen nicht wirklich scannen, sondern quasi nur an ihrem Namen erkennen können.

Ein Wundermittel seien Virenscanner-Apps auf Mobilgeräten also nicht, sagt Beckmann.

Trotzdem: "Virenscanner bieten Schutz vor bekannter Schadsoftware", sagt der Fachmann. Das lege die Latte für Cyberkriminelle immer wieder ein wenig höher. Allerdings sind die Scanner damit auch nicht allein.

Nicht unbedingt. Der Grund: Sowohl Google und Apple aber etwa auch F-Droid, ein Store für freie, quelloffene Android-Apps, prüfen Anwendungen vor Aufnahme in ihre Stores auf schädliche Funktionen. Und sie entfernen Apps aus dem Angebot, wenn sich diese im Nachhinein als schädlich entpuppen.

"Wenn man beherzigt, dass man wirklich nur die offiziellen App Stores verwendet, kann man eigentlich auf die Virenscanner verzichten", sagt Jens Heider, der am SIT das Testlab Mobile Security leitet.

Sein Fazit: "Der eingebaute Schutz reicht aus meiner Sicht." Wer sich an vertrauenswürdige App Stores hält, fährt sicher.

Drittanbieter von Virenscannern erheben oft nicht nur selbst Nutzungsdaten oder senden diese an Werbefirmen (Tracking). "Wir haben auch schon Untersuchungen gemacht, die gezeigt haben, dass durch Virenscanner neue Schwachstellen entstehen, die als Angriffspunkt missbraucht werden können", sagt Heider.

Das Absurde: Gerade von Sicherheitsunternehmen sollte man sowohl sichere Apps als auch Datenschutz erwarten dürfen.

Klassische Virenscanner-Apps für iOS sucht man im Apple Store übrigens vergebens: Anders als bei Android ist bei iOS die App-Installation aus unbekannten Quellen standardmäßig nicht möglich.

Das gilt nicht nur für Virenscanner: iOS-Apps gibt es nur über den Apple Store, wenn man nicht gerade ein Entwickler ist. "Die Stärke von iOS ist, dass es ein sehr geschlossenes System ist, wo wenig auf Systemebene verändert werden kann", erläutert Heider.

Während Android-Angriffe zu einem Großteil über Malware laufen, konzentrieren sich iOS-Angreifer quasi ausschließlich auf Sicherheitslücken im Betriebssystem.

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Laura Ludwig/Laura Ludwig

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