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Eric Kandel als Namensgeber - Medizin-Zentrum-Tandem in Wien eröffnet

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Eric Kandel grüßt am Eingang des Gebäudekomplexes als Bronzestatue
©APA, Roland Schlager
Mit großen Namen und Glückwünschen ausgestattet ist am Donnerstag das "Eric Kandel Institut - Zentrum für Präzisionsmedizin" (CPM) eröffnet worden. Nach drei Jahren Bauzeit steht überdies noch ein weiteres stattliches Gebäude inklusive Groß-Hörsaal bald bezugsbereit am Campus der Medizinischen Universität bzw. des AKH in Wien-Alsergrund bereit. Der einst vom NS-Regime aus Wien vertriebene CPM-Namensgeber und Nobelpreisträger Eric Kandel konnte nicht persönlich erscheinen.

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Die circa 6.100 Quadratmeter Nutzfläche sind der Entwicklung von individualisierten Präventions-, Diagnose- und Therapieverfahren gewidmet und bieten Platz für rund 200 Forschende. In das CPM - das Akronym bezieht sich auf den englischen Titel "Center for Precision Medicine" - wurden rund 90 Millionen Euro aus Mitteln der EU sowie aus Spenden investiert. Der im Jahr 2000 gemeinsam mit Arvid Carlsson und Paul Greengard mit dem Medizin-Nobelpreis für die "Entdeckungen zur Signalübertragung im Nervensystem" ausgezeichnete Kandel (96) war zwar bei der Eröffnungszeremonie nicht anwesend, eine Bronzestatue am Eingang zeigt den einflussreichen Forscher aber prominent.

Mit noch mehr Fläche und ebenfalls einem bekannten Namen kann das "Center for Translational Medicine" (CTM) aufwarten: Hier stehen ungefähr 14.000 Quadratmeter für Konferenzen, klinische Studien und Laboratorien bereit. Rund 750 Personen finden in dem um rund 120 Millionen Euro erbauten, vom Bund und der Stadt Wien finanzierten Hightech-Gebäude Platz und sollen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis bringen.

Das CTM beherbergt mit dem nach dem ebenfalls in Wien geborenen und wie Kandel wegen seiner jüdischen Herkunft vertriebenen Kardiologie-Doyen Eugene Braunwald benannten "Auditorium" zudem einen der größten Hörsäle des Landes. Der Herzspezialist verstarb im April 2026, woran der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Markus Müller, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) erinnerten. Kandel und Braunwald verbinden nicht nur ihre herausragenden wissenschaftlichen Karrieren und die erzwungene Emigration durch das NS-Terrorregime, sondern auch das Geburtsjahr 1929.

Ludwig betonte, dass Kandel es Österreich und Wien bei seinen zahlreichen Besuchen nach dem Nobelpreis auch nicht leicht gemacht hat. Er habe die Finger in Wunden rund um die vielfach nicht ausreichend erfolgte Aufarbeitung des NS-Terrors gelegt und mit dafür gesorgt, dass Wien "nie wieder zu einer Stadt werden soll, aus der man vertrieben wird". Dass das neue Forschungszentrum unweit von Kandels einstigem Wohnort in der Severingasse, aus dem er als Bub vertrieben wurde, nun seinen Namen trägt, sei "mehr als eine Geste", erklärte Ludwig.

Die insgesamt 210 aus den verschiedenen Töpfen investierten Millionen seien jedenfalls "gut investiertes Geld". Für Holzleitner ist der neue Gebäudekomplex, der sich zur Eröffnung noch nicht vollständig fertiggestellt präsentierte, jedenfalls "ein weiterer Meilenstein" in dem Vorhaben, Wissen aus der Grundlagenforschung auf kurzem Weg an die Betten der Patientinnen und Patienten zu bringen. Tatsächlich verbindet die beiden Gebäude und das AKH jeweils eine Verbindungsbrücke. Man betreibe hier "exzellente Forschung mit Weitblick", mit der Berücksichtigung der Geschichte und mit dem Anspruch, die Erkenntnisse in die Praxis zu bringen, so Holzleitner.

Der Meduni-Rektor erinnerte daran, dass ursprünglich am Ort des neuen Komplexes ein Privatspital geplant war. Dass dem nun nicht so ist, sei ein Glücksfall, erklärte Müller. Stattdessen arbeite man hier bald an der gesamten "Produktionskette der Medizin". Finde man etwa im CPM eine "Nadel im Heuhaufen" zur persönlich abgestimmten Behandlung von heimtückischen Krankheiten, dann gehe es damit im CTM in Richtung erste Anwendungen in Patienten.

Ein Fokus liege auf der Durchführung von klinischen Studien zu neuen Therapieoptionen. Hier habe Österreich Aufholbedarf, wie es immer wieder auch seitens der Pharmaindustrie und von Praktikern heißt. Genau auf dieses Thema ziele man ab, so Holzleitner und Müller. Man schaffe ein neues "Spielfeld" für Universitäten und Firmen. Mittelfristig besteht auch die Hoffnung auf die Ansiedelung von Firmen - gerne auch von Spin-offs aus dem universitären Umfeld.

(S E R V I C E - www.meduniwien.ac.at/CTM-CPM )

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