von
Ein Team um Simon Hippenmeyer vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (Niederösterreich) hat die Entwicklung von Hirnstammzellen in Mäuseköpfen und Reagenzgläsern verglichen. Ihre Ergebnisse erschienen nun im Journal "Nature".
In den wirklichen Lebewesen (in vivo) folgt die Entwicklung einer strengen zeitlichen Abfolge, so die Forscher in einer Aussendung. Anfangs vervielfältigen sich die Stammzellen, dann produzieren sie Nervenzellen (Neuronen). "Erst nachdem alle Neuronen entstanden sind, treten Gliazellen auf", hieß es. Sie geben dem Großhirnrindengewebe Halt, sorgen für eine schnelle Signalübertragung, versorgen die Nervenzellen mit Nährstoffen und entsorgen schädliche Substanzen. "Die einzelnen Phasen laufen also nacheinander ab und nicht gleichzeitig", erklärten sie.
"Bei den Organoiden war der zeitliche Ablauf aber nicht synchronisiert", hieß es weiter: "Wir vermuten, dass dazu bestimmte Signale von außen fehlen." Von alleine können sich die Stammzellen demnach nicht ausreichend organisieren, um eine funktionsfähige Großhirnrinde zu bilden, die bei Menschen etwa für das Verarbeiten von Sinneswahrnehmungen und die spezielle Persönlichkeit wichtig ist sowie das Sehen, Lesen, Hören, Sprechen oder Vorausdenken ermöglicht.
S E R V I C E - https://www.nature.com/articles/s41586-026-10916-7
