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Bayerische Isar-Aerospace-Rakete erfolgreich ins All gestartet

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Neuer Versuch für Isar Aerospace geglückt
©D WISE, APA, Isar Aerospace
Die Spectrum-Rakete des deutschen Raumfahrtunternehmens Isar Aerospace ist bei ihrem zweiten Testflug erfolgreich ins All gestartet und hat dabei Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Die Rakete hob am Samstag um 22.12 Uhr vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya ab, wie auf einem Livestream zu sehen war. Nach zehn Minuten riss die Videoübertragung zum Boden ab, nachdem die Rakete die maximale Reichweite der Verbindung überschritten hatte.

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Beim ersten Versuch im März 2025 waren nur 30 Sekunden bis zum Absturz vergangen. Das in Ottobrunn bei München ansässige Unternehmen feierte damit nach monatelangen Verzögerungen und viermaliger Verschiebung des zweiten Testflugs einen großen Erfolg. Nach Angaben der Moderatoren bei der Live-Übertragung erreichte die Rakete knapp vier Minuten nach dem Start eine Flughöhe von etwa 100 Kilometern über dem Erdboden - die sogenannte Karman-Linie, die die gedachte Grenze zum All markiert.

Bei der Live-Übertragung zu sehen war unter anderem das Abstoßen der ersten Stufe. Als Nutzlast hatte die 28 Meter hohe Spectrum-Rakete fünf wissenschaftliche Satelliten mehrerer Universitäten und ein wissenschaftliches Experiment geladen. "Das erste Mal gelingt ein solcher Flug vom europäischen Kontinent aus in die Erdumlaufbahn", teilte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz mit. Isar Aerospace schrieb in einem Beitrag auf der Plattform X: "Wir haben Geschichte geschrieben. Bereits bei unserem zweiten Flug waren wir das erste kommerzielle Raumfahrtunternehmen aus Europa, das Satelliten in die Umlaufbahn gebracht hat."

Vorstandschef Daniel Metzler erklärte: "Wir haben in wenigen Jahren erreicht, wofür die europäische Raumfahrtindustrie zuvor Jahrzehnte gebraucht hat. Europa hat jetzt souveränen Zugang zum Weltraum."

Ursprünglich hätte die Spectrum-Rakete bereits im Jänner abheben sollen. Doch der erste Termin wurde wegen eines defekten Ventils verschoben, beim zweiten Anlauf im März kam ein norwegischer Fischer dazwischen, der mit seinem Boot die Sicherheitszone in den Gewässern vor der Startbasis nicht rechtzeitig verlassen hatte. Im April wurden die Startvorbereitungen wegen eines leckenden Druckbehälters abgebrochen, im Juni gab es erneut ein Problem. Isar Aerospace will in diesem Jahre weitere Starts folgen lassen, der Bau der dritten Spectrum-Rakete ist bereits weit fortgeschritten.

Die Spectrum soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen, geplant ist die Produktion von 40 Raketen im Jahr. Sowohl die deutsche Bundesregierung als auch EU und andere europäische Staaten haben ein strategisches Interesse am Erfolg des Unternehmens mit seinen guten 400 Mitarbeitern.

Isar Aerospace hat nach Firmenangaben bisher über eine halbe Milliarde Euro Investorengelder eingeworben. Zuletzt hatte das Jungunternehmen einen Vertrag über 200 Millionen Euro mit der Europäischen Weltraumbehörde ESA unterzeichnet - Teil eines ESA-Programms, das die Entwicklung europäischer Trägerraketen beschleunigen soll.

Grund ist die derzeitige weitgehende Unfähigkeit Europas, Satelliten mit eigener Technik ins All zu schießen. Seit langem wird die große Mehrheit der europäischen Satelliten von SpaceX ins All befördert. Das ist bei europäischen Raumfahrtunternehmen nicht zuletzt deswegen unpopulär, weil die Auftraggeber in den USA die technischen Spezifikationen ihrer Satelliten offenlegen müssen. Nach Angaben von Isar Aerospace starteten die USA im vergangenen Jahr 198 Raketen, Europa lediglich acht.

Rund 60 Prozent der Anfragen an Isar Aerospace kommen mittlerweile aus dem militärischen Bereich, wie Vorstandschef Metzler im Frühjahr berichtet hatte. Laut Unternehmen ist Isar Aerospace jetzt schon mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist.

Größere Höhen im All wird die bayerische Spectrum-Rakete jedoch auch dann nicht ansteuern können, wenn sie eines Tages die Serienreife erreicht. Daran arbeitet die französisch-deutsche ArianeGroup, die in diesem Jahr insgesamt sieben bis acht Raketen des jahrelang verzögerten Typs Ariane 6 starten lassen will. Bisher gab es nach Zählung des Fachportals "European Spaceflight" vier Ariane-Starts in diesem Jahr. Anders als die Spectrum ist die Ariane eine große Trägerrakete, die weit schwerere Nutzlast auch in geostationäre Umlaufbahnen knapp 36.000 Kilometer über dem Erdboden befördern kann.

This handout photo received on March 30, 2025 from the Isar Aerospace company shows the start of the "Spectrum" rocket from German space company Isar Aerospace that exploded seconds after launch on March 30, 2025 at Andoya Spaceport in Norway. The first orbital rocket launched from continental Europe crashed seconds after blast-off, dealing a blow to the continent's bid to build a new space economy. The Spectrum rocket, developed by German start-up Isar Aerospace, started smoking from its sides, then crashed back to Earth with a powerful explosion just after launching from Norway's Andoya Spaceport in the Arctic, in live video broadcast on YouTube. (Photo by D Wise / Isar Aerospace / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE IN CONNECTION WITH REPORTS ON THE ROCKET START - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / NTB / Isar Aerospace / D Wise / NASA Spaceflight com" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

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