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Attersee wurde von Wien vergoldet: Ehrung für Malerfürsten

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Christian Ludwig Attersee (l.) und Michael Ludwig
Christian Ludwig Attersee ist nicht nur einer der meistbeachteten Künstler des Landes, sondern auch ein vielfach ausgezeichneter: Seit Montag reiht sich nun noch eine weitere Würdigung in die Preissammlung des Malers. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) stattete das 85-jährige "Universalgenie" am Nachmittag in den Räumen des Rathauses mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien aus.

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Der Stadtchef verwies in seiner Würdigung auf das vielseitige Schaffen des am 28. August 1940 als Christian Ludwig im damaligen Pressburg (Bratislava) geborenen Geehrten und de facto Namensvetters. Zwischen Malerei, Bühnengestaltung, Komposition, Schriftstellerei und Filmemacherei bewegt sich das Oeuvre des Multitalents, das seinen Künstlernamen ab 1966 in Anspielung an seine Erfolge als Segelsportler wählte, wo er es zum dreifachen österreichischen Staatsmeister brachte. Thematisch sei er dem Wasser stets treu geblieben, wusste Ludwig, der aber "als Hausmann" auch immer Interesse an Attersees Innovationen wie den "Suppenschwamm-Löffel" gezeigt habe. "Du hast nicht Kunst im Elfenbeinturm, sondern für alle zugänglich gemacht", rief der Bürgermeister etwa das große "Wetterhändler"-Mosaik am Attersee-Haus auf der Mariahilfer Straße, die Ski-Plakate für den Semmering oder die "unverkennbaren Wein- und Wurstetiketten" in Erinnerung.

Als Laudator klassifizierte Ex-Kunsthallen-Chef Gerald Matt Attersee als "Ausnahmekünstler, der sich nicht schubladisieren hat lassen": "Sein Name ist längst Kunstgeschichte." Arbeiten Attersees waren u.a. 1977 auf der documenta 6 in Kassel und 1984 auf der Biennale in Venedig zu sehen sowie in mehr als 500 Einzelausstellungen in Europa und den USA. Große Retrospektiven gab es in Österreich 1997 in der Albertina und 2005 im Bank Austria Kunstforum. Man erkenne einen Attersee auf den ersten Blick - nicht, weil alles gleich ausschaue, sondern weil den Werken eine eigene künstlerische Sprache innewohne. Auch wenn Attersee gehörig provozieren konnte, habe er das "mehr als ironischer Spielmacher denn als verbitterter Provokateur" getan.

Attersee selbst skizzierte in seinen Dankesworten den gar nicht so vorgezeichneten künstlerischen Weg. "Ich wolle nie Maler werden, mich hat nur die Musik interessiert." Allerdings sei er mit nur einem Jahr auf einem Ohr ertaubt. Doch schon als Kind habe er Bühnen gebaut, dazu erste Filme im Comicstil entworfen und Musikstücke komponiert. Auch wenn an eine Karriere als Opernsänger mit der Hörbeeinträchtigung nicht zu denken war, wollte der junge Attersee "bei der Oper bleiben". Er studierte auf der Angewandten, wo er später auch als Professor tätig war, Bühnenarchitektur. "Nach zwei Jahren Barocksesselzeichnen habe ich zur Malerei gewechselt. Das war dann mein Hauptberuf." Alle andere Berufe rundherum habe er aber nicht sterben lassen, sondern weiterhin ausgeübt, so der frisch gebackene Wiener Verdienstzeichenträger, der bereits den Großen Österreichischen Staatspreis (1997), das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (2005) und das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik (2019) sein Eigen nennen darf.

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