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Anfangsverdacht bei Ermittlungen gegen Ulmen

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Fernandes ist mit Morddrohungen konfrontiert
©APA, dpa, Marcus Brandt
Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes erhobenen Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen sieht die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Deutschland einen Anfangsverdacht gegen Ulmen. Die Auswertung der Berichterstattung des Magazins "Spiegel" über den Fall habe zu einer Bejahung des Anfangsverdachts geführt, erklärte die Ermittlungsbehörde am Freitag. Strafrechtlich gehe es um den Vorwurf der Nachstellung.

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Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, wurde nach der "Spiegel"-Berichterstattung ein im Juni 2025 eingestelltes Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen. Es werde nun geprüft, ob außer dem Straftatbestand der Nachstellung auch weitere Straftatbestände in Betracht kommen. Im Fall einer Verurteilung drohten für Nachstellung bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe, erklärte die Staatsanwaltschaft. Weitere Auskünfte wollte die Ermittlungsbehörde zunächst nicht geben.

Ulmens Anwalt leitete gerichtliche Schritte gegen den "Spiegel" ein. "Kernpunkte" der Berichterstattung seien "nachweislich unvollständig und falsch", erklärte Christian Schertz am Freitagabend in Berlin. Er betonte zudem: "Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet".

Mit der aktuell geführten Debatte über Strafbarkeitslücken bei Deepfake-Pornografie stünden die Geschehnisse "in keinem Zusammenhang", betonte Schertz. Er verwies zudem darauf, dass ein Gericht in Spanien am Freitag mitgeteilt habe, "dass das Verfahren in Spanien ausgesetzt wurde, da es an einer wesentlichen qualifizierten Voraussetzung für die Fortsetzung des Verfahrens fehlt".

Fernandes war vergangene Woche mit Vorwürfen der digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen. In Spanien brachte sie ihre Vorwürfe zur Anzeige, die Justiz auf Mallorca prüft diese derzeit nach eigenen Angaben. Sie umfassen demnach Aneignung des Personenstandes, Geheimnisverrat, öffentliche Beleidigung, regelmäßige Misshandlung und schwere Drohungen. Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Veröffentlichung führte in Deutschland in der Politik zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte in der Folge an, Gesetzeslücken schließen zu wollen.

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