In der Landesklinik Tamsweg im Salzburger Lungau ist ein neuer OP-Roboter in Betrieb gegangen. Für welche Eingriffe er eingesetzt wird und was ihn von den bisherigen Systemen der Salzburger Landeskliniken unterscheidet.
In der Landesklinik Tamsweg wird ab sofort mit Unterstützung eines neuen OP-Roboters operiert. Das System trägt den Namen „Hugo“ und ist laut den Salzburger Landeskliniken (SALK) der erste OP-Roboter seiner Art in Österreich. Damit kommt die roboterassistierte Chirurgie auch in den Lungau.
Eingesetzt werden soll Hugo bei geplanten Hernienoperationen, bei Anti-Reflux-Eingriffen gegen Sodbrennen, bei der Entfernung der Gallenblase sowie bei der Behandlung gutartiger und bösartiger Erkrankungen des Darms und des Mastdarms. Vorgestellt wurde das System beim ersten offiziellen Termin von Landeshauptfrau-Stellvertreter Wolfgang Mayer (ÖVP) nach seiner Angelobung. Mayer ist im Land Salzburg neu für die Gesundheit zuständig.
Was unterscheidet Hugo von anderen OP-Robotern?
Der neue Roboter ist modular aufgebaut. Jeder Roboterarm sitzt auf einem eigenen Modul, sodass nur jene Module in den Operationssaal gebracht werden, die für den jeweiligen Eingriff tatsächlich gebraucht werden. Laut SALK verringert das auch die punktuelle Belastung des Bodens im OP. Der Standortleiter der Chirurgie in Tamsweg, Michael Weitzendorfer, hebt die Flexibilität dieses Konzepts hervor.
Die Salzburger Landeskliniken arbeiten schon länger mit Robotern im OP. Bisher waren vier Systeme im Einsatz, darunter zwei vom Typ „Da Vinci“ am Uniklinikum Salzburg und in Hallein für die Allgemeinchirurgie. Klaus Emmanuel, Vorstand der Chirurgie am Uniklinikum Salzburg sowie an den Landeskliniken Hallein und Tamsweg, verweist darauf, dass Salzburg schon beim Da Vinci als erster Standort in Österreich Assistenzärztinnen und Assistenzärzte daran ausgebildet habe und nun auch beim neuen System als erster ausbilde.
Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten im Lungau?
Für die Bevölkerung im Bezirk Tamsweg bedeutet der Roboter, dass bestimmte Eingriffe mit dieser Technik in der Region selbst durchgeführt werden können. „Moderne Medizin muss für die Menschen in allen Regionen unseres Landes erreichbar sein“, sagt Gesundheitsreferent Mayer. Welche Behandlung im Einzelfall infrage kommt, entscheiden die Ärztinnen und Ärzte nach medizinischen Kriterien.
Die Landesklinik Tamsweg hat laut SALK 96 Akutbetten und rund 340 Beschäftigte, pro Jahr werden dort etwa 77.400 Patientinnen und Patienten ambulant versorgt. Das Haus gehört seit zehn Jahren zu den Salzburger Landeskliniken. Zwischen 2016 und 2019 wurde es im Zuge eines 23 Millionen Euro schweren Bauprojekts generalsaniert, 2019 kam ein Hubschrauberlandeplatz dazu. Außerdem gibt es eine Tagesklinik, in der Patientinnen und Patienten noch am Tag des Eingriffs nach Hause gehen können.
Quellen
Salzburger Landeskliniken (SALK): Hightech-Chirurgie im Lungau: OP-Roboter „Hugo“ ist da (05.11.2026)
Salzburger Landeskliniken (SALK): Pressezentrum der SALK (2026)
