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BMI und geistiger Abbau: Was eine US-Langzeitstudie über Menschen ab 50 zeigt

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MRT-Aufnahmen eines Gehirns auf einem Bildschirm
Foto:©MART PRODUCTION, Pexels

Forschende der University of Georgia haben die Daten von mehr als 8.000 älteren Erwachsenen über bis zu 24 Jahre ausgewertet. Wie das Körpergewicht mit dem Nachlassen von Gedächtnis und Denkleistung zusammenhängt, wie groß der Effekt ist und wo die Grenzen der Studie liegen.

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Wer über viele Jahre einen höheren Body-Mass-Index hatte, bei dem ließen Gedächtnis und Denkleistung im Schnitt schneller nach. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Journal of Neurology veröffentlichte Studie eines Teams um Suhang Song von der University of Georgia. Am stärksten war der Zusammenhang, wenn man das Körpergewicht acht Jahre vor der jeweiligen Messung der geistigen Leistungsfähigkeit betrachtete. Bei Menschen ab 65 war er deutlicher als bei 50- bis 65-Jährigen.

Der Effekt pro Jahr ist klein, summiert sich aber über die Zeit. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie: Sie zeigt einen Zusammenhang, beweist aber nicht, dass das Gewicht selbst den geistigen Abbau verursacht. „Damit ist der BMI einer der am leichtesten beeinflussbaren Risikofaktoren, wenn es um gesundes Altern geht“, sagt Song laut der Mitteilung der University of Georgia.

Wie die Forschenden vorgingen

Grundlage sind Daten der Health and Retirement Study, einer repräsentativen Befragung von Menschen über 50 in den USA. Ausgewertet wurden die Jahre 1996 bis 2020. In die Analyse flossen 8.252 Erwachsene ein, die zu Beginn geistig gesund waren. Sie waren im Schnitt 59 Jahre alt, 58 Prozent waren Frauen, begleitet wurden sie im Mittel 17,5 Jahre lang.

Statt einer einzelnen Messung nutzte das Team einen über die Jahre gemittelten BMI. So sollte nicht ein zufälliger Wert, sondern die langfristige Belastung abgebildet werden. Gemessen wurden die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit, das Gedächtnis und die sogenannten exekutiven Funktionen, also Fähigkeiten wie Planen und Aufmerksamkeit steuern. Berücksichtigt wurden unter anderem Alter, Bildung, Lebensstil und Vorerkrankungen.

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MRT-Aufnahmen eines Gehirns auf einem Bildschirm
 © MART PRODUCTION, Pexels

Wo die Grenzen der Studie liegen

Die Autorinnen und Autoren nennen selbst mehrere Einschränkungen. Größe und Gewicht beruhten auf Selbstauskünften, die ungenau sein können. Der BMI unterscheidet außerdem nicht zwischen Fett und Muskelmasse und sagt nichts über das Bauchfett aus. Gemittelte Werte können schnelle Gewichtsveränderungen verdecken, die ihrerseits ein frühes Zeichen einer beginnenden Erkrankung sein können.

Weil es sich um Beobachtungsdaten handelt, können andere Faktoren wie Bewegung, Umwelteinflüsse oder frühere Kopfverletzungen das Ergebnis mitbeeinflusst haben. Die Studie wurde vom National Center for Advancing Translational Sciences der US-Gesundheitsbehörde NIH gefördert, Interessenkonflikte geben die Autorinnen und Autoren nicht an. „Es gibt keine Heilung für Demenz“, sagt Song. Deshalb sei es wichtig, beeinflussbare Risikofaktoren zu kennen.

Wie verbreitet Übergewicht in Österreich ist

Für Österreich ist das Thema relevant, weil Übergewicht weit verbreitet ist. Laut der Gesundheitsbefragung 2025 von Statistik Austria sind 35,2 Prozent der Menschen ab 15 Jahren übergewichtig und 17,8 Prozent adipös, beide Anteile sind seit 2019 gestiegen. Damit hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung zumindest Übergewicht.

Laut dem Ergebnisbericht zur Gesundheitsbefragung sind 18,7 Prozent der Männer und 17,0 Prozent der Frauen adipös. Ob ein gesunkenes Gewicht den geistigen Abbau bremst, hat die US-Studie nicht untersucht. Dazu bräuchte es Studien, in denen Teilnehmende gezielt abnehmen und über Jahre beobachtet werden.

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