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Erdnüsse und Gehirn: Was 60 Gramm täglich in einer kleinen Studie bewirkten

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Geröstete Erdnüsse in teilweise geöffneter Schale
Foto:©Unsplash/Lu

Ein Forschungsteam aus Maastricht ließ ältere Menschen vier Monate lang jeden Tag eine Handvoll gerösteter Erdnüsse essen und untersuchte danach ihr Gehirn. Was sich dabei zeigte und warum die Ergebnisse mit Vorsicht zu lesen sind.

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Was sich im Gehirn veränderte

Nach 16 Wochen mit täglich 60 Gramm ungesalzenen, mit Haut gerösteten Erdnüssen reagierten bestimmte Hirnregionen besser auf das Hormon Insulin. Das berichten Forschende des Maastricht University Medical Center in der Fachzeitschrift Food & Function. Betroffen waren vor allem Regionen, die für das Gedächtnis wichtig sind, darunter der Hippocampus und der hintere Gyrus cinguli.

Warum das relevant ist, erklärt Studienleiter Peter Joris laut einer Aussendung zur Studie: „Mit dem Alter kann das Gehirn weniger auf Insulin ansprechen, was mit altersbedingtem geistigen Abbau in Verbindung gebracht wird.“ Eine bessere Insulinreaktion in diesen Regionen könnte erklären, warum frühere Untersuchungen derselben Gruppe Hinweise auf Vorteile für das Gedächtnis gefunden hatten.

Wie die Studie ablief

An der randomisierten Studie nahmen 31 gesunde Frauen und Männer zwischen 60 und 75 Jahren teil. Jede Person durchlief zwei Phasen von jeweils 16 Wochen: einmal mit täglich 60 Gramm Erdnüssen, einmal ganz ohne. Dazwischen lag eine Pause von acht Wochen. So diente jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer als eigene Vergleichsperson.

Gemessen wurde mit einem speziellen MRT-Verfahren, das die Durchblutung einzelner Hirnregionen erfasst. Die Forschenden verglichen die Werte vor und nach einem Insulin-Nasenspray. Wie stark sich die Durchblutung daraufhin verändert, gilt als Maß dafür, wie gut das Gehirn auf Insulin anspricht.

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Geröstete Erdnüsse in teilweise geöffneter Schale
 © Unsplash/Lu

Wo die Grenzen der Studie liegen

Die Aussagekraft ist begrenzt. Mit 31 Personen war die Studie klein, alle Teilnehmenden waren gesund. Gemessen wurde ein Zwischenwert im Gehirn, nicht ob jemand seltener an Demenz erkrankt. Welcher Bestandteil der Erdnuss für den Effekt verantwortlich sein könnte, ist offen.

Finanziert wurde die Studie von der Stiftung des US-Branchenverbands Peanut Institute, von dem auch die Aussendung zur Studie stammt. Laut den Forschenden hatte der Geldgeber keinen Einfluss auf Planung und Auswertung. Wer täglich 60 Gramm Erdnüsse isst, nimmt zudem zusätzliche Kalorien auf. Für Menschen mit Erdnussallergie kommt das ohnehin nicht in Frage.

Warum das Thema Demenz so viele betrifft

Das Interesse an Ernährung und Gehirngesundheit ist groß. Weltweit lebten laut Weltgesundheitsorganisation 2021 rund 57 Millionen Menschen mit Demenz, jedes Jahr kommen fast zehn Millionen neue Erkrankungen dazu. In Österreich sind laut Sozialministerium rund 170.000 Menschen betroffen, bis 2050 werden mehr als 290.000 erwartet.

Das Ministerium verweist auch auf eine Einschätzung der Lancet-Kommission, wonach weltweit etwa 45 Prozent der Demenzfälle durch beeinflussbare Risikofaktoren vermeidbar sein könnten. Ein einzelnes Lebensmittel ist dabei keine Lösung. Die Erdnussstudie liefert aber einen Hinweis, über welchen Mechanismus Ernährung auf das alternde Gehirn wirken könnte.

Quellen

Food & Function: Kerkhof L. et al., Daily consumption of unsalted, skin-roasted peanuts beneficially affects regional brain insulin responsiveness in older adults (Oktober 2026)

The Peanut Institute via ScienceDaily: Scientists discover a surprising brain benefit of eating peanuts every day (1. November 2026)

WHO: Dementia (Faktenblatt, 2026)

Sozialministerium: Demenzbericht 2025: Zahl der Menschen mit Demenz steigt (23. Mai 2025)

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