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Typ-2-Diabetes vor 45: Was eine Studie über Remission durch Diät und Training zeigt

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Blutzuckermessgerät mit Stechhilfe und Teststreifen
Foto:©Unsplash/Jane Korsak

Eine Studie aus Großbritannien und Kanada hat getestet, ob eine strenge Kalorienreduktion mit begleitetem Training Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen unter 45 Jahren zurückdrängen kann. Das Ergebnis fällt deutlich aus, die Studie hat aber Grenzen.

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Das Ergebnis der Studie

Nach 24 Wochen waren in der Studie 27 von 50 Teilnehmenden in der Gruppe mit Diät und Training in Remission, das sind 54 Prozent. In der Vergleichsgruppe mit üblicher Behandlung waren es 2 von 46 oder 4 Prozent. Das berichtet das Forschungszentrum NIHR Leicester BRC zur Studie RESET for Remission, die im Fachjournal The Lancet Regional Health – Americas erschienen ist. Die Chance auf eine Remission war in der Interventionsgruppe nach Berücksichtigung anderer Faktoren 21-mal so hoch.

Als Remission galt ein Langzeitblutzuckerwert HbA1c unter 6,5 Prozent, also unter der Schwelle für die Diagnose, ohne blutzuckersenkende Medikamente seit mindestens zwölf Wochen. Remission bedeutet nicht Heilung: Die Werte liegen im Normalbereich, solange die Ursachen, vor allem das Übergewicht, unter Kontrolle bleiben.

Wie das Programm aussah

Teilgenommen haben 96 Erwachsene zwischen 18 und 45 Jahren mit Typ-2-Diabetes und Adipositas, im Schnitt 38 Jahre alt, an drei Standorten in Leicester, Montreal und Edmonton. In den ersten zwölf Wochen nahmen die Teilnehmenden der Interventionsgruppe nur 800 bis 900 Kilokalorien pro Tag zu sich, größtenteils als Mahlzeitenersatz. Dazu kam zweimal pro Woche betreutes Ausdauer- und Krafttraining und einmal pro Woche Training allein. In den Wochen 13 bis 24 folgte eine Ernährung mit normalen Lebensmitteln, die das neue Gewicht halten sollte.

Die Interventionsgruppe nahm in 24 Wochen im Schnitt 8,4 Kilogramm ab, die Vergleichsgruppe 1,2 Kilogramm. Laut dem McGill University Health Centre, das die Studie mitgeleitet hat, sank zudem das Leberfett um mehr als 9 Prozent und das Bauchfett um mehr als 24 Prozent, gemessen per Magnetresonanztomografie.

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Blutzuckermessgerät mit Stechhilfe und Teststreifen
 © Unsplash/Jane Korsak

Wo die Grenzen liegen

Die Studie ist mit 96 Personen klein und lief nur 24 Wochen. Ob die Remission längerfristig hält, ist offen, die Autorinnen und Autoren fordern dafür längere Studien unter Alltagsbedingungen. Ihre Remissionsraten lägen am oberen Ende dessen, was ähnlich lange Studien bisher gezeigt hätten, schreiben sie. Weil es keine Gruppe nur mit Diät gab, lässt sich zudem nicht sagen, welchen Anteil das Training am Ergebnis hatte.

Nebenwirkungen traten in der Interventionsgruppe bei 43 von 50 Personen auf, in der Vergleichsgruppe bei 6 von 46. Genannt werden vor allem Verstopfung, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit, die wieder abklangen. Das Programm lief unter fachlicher Betreuung. Eine so starke Kalorienreduktion ist nichts für Selbstversuche, vor allem nicht für Menschen, die blutzuckersenkende Medikamente nehmen.

Wer hinter der Studie steht

Geleitet wurde die Studie von Tom Yates von der Universität Leicester und Kaberi Dasgupta von der McGill University in Montreal. Sie konzentrierten sich gezielt auf Menschen, die vor dem 45. Lebensjahr an Typ-2-Diabetes erkrankt sind. Vorgestellt wurden die Ergebnisse auch beim Kongress der Europäischen Diabetes-Gesellschaft EASD in Mailand.

Finanziert wurde die Studie vom britischen Medical Research Council, den Canadian Institutes of Health Research und der John R. McConnell Foundation. Wer selbst betroffen ist, sollte über eine Gewichtsabnahme mit dem Ziel einer Remission mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sprechen.

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