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Trump: USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland

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Drei amerikanische Boeing stehen am US-Stützpunkt Ramstein.
©APA, dpa, Thomas Frey
Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik am deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser sich zuvor kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. Daraufhin betonte Merz am Donnerstag die transatlantische Partnerschaft mit den USA.

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"Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", hatte Trump am Dienstag auf Truth Social mit Blick auf den CDU-Vorsitzenden geschrieben. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!". Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge.

Trump legte am Donnerstag noch nach und warf dem deutschen Kanzler vor, im Ukraine-Krieg "völlig wirkungslos" gewesen zu sein. "Der deutsche Bundeskanzler sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden", schrieb der US-Präsident auf Truth Social. Merz solle sich darum kümmern, "sein marodes Land, insbesondere die Bereiche Einwanderung und Energie, wieder aufzubauen".

Merz hatte zuvor die Bedeutung des transatlantischen Militärbündnisses betont. Auf eine mögliche Reduzierung von US-Truppen in Deutschland ging er am Donnerstag bei einem Truppenbesuch im niedersächsischen Munster aber nicht näher ein. "Was die Bundeswehr hier in Munster leistet, ist nicht nur eindrucksvoll, sondern es ist ein wichtiger und unverzichtbarer Beitrag zu einer starken, einigen NATO", sagte Merz. Dies werde auch an anderen Standorten in Deutschland Seite an Seite mit den USA geleistet. Es sei ein gutes Zeichen, dass erst am Vortag der Kommandierende General der US-Streitkräfte in Europa und Afrika nach Munster gekommen sei. "Denn diese Arbeit leisten wir eben Schulter an Schulter zum gegenseitigen Nutzen und in tiefer transatlantischer Verbundenheit", so Merz.

Aus Brüssel erhielt Merz Rückendeckung. Es sei "Fakt, dass die Stationierung amerikanischer Truppen in Europa auch im Interesse der USA liegt", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Donnerstag. Die USA seien zugleich ein "unverzichtbarer Partner für die Sicherheit und Verteidigung Europas".

Der deutsche Außenminister Joachim Wadephul reagierte gelassen auf die Abzugsdrohung Trumps. "Wir sind darauf eingestellt", sagte er am Donnerstag bei einem Besuch in der marokkanischen Hauptstadt Rabat.

Ungeachtet der politischen Differenzen trafen sich hochrangige Militärs beider Länder am Mittwoch. Der Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr, Carsten Breuer, kam in Washington mit dem Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, Elbridge Colby, zusammen. Thema war die neue deutsche Militärstrategie, die erste außerhalb des NATO-Rahmens seit dem Zweiten Weltkrieg. Colby lobte das Dokument, das den Aufbau der größten konventionellen Streitmacht Europas zum Ziel hat, auf der Plattform X. Das Dokument zeige einen "klaren Weg nach vorn". Trump habe zu Recht gefordert, dass Europa mehr tun müsse und die NATO kein Papiertiger mehr sein dürfe, schrieb Colby weiter.

Breuer sagte vor Journalisten, Colby habe große Wertschätzung für die deutsche Strategie, den Führungsanspruch in der NATO und die damit verbundenen finanziellen Zusagen gezeigt. Hinweise auf einen möglichen US-Truppenabzug habe es in den Gesprächen nicht gegeben.

Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon rund 39.000 in Deutschland. Im Kalten Krieg galten sie als Sicherheitsgarant und sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die betroffenen Regionen. Allein der riesige Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern mit der größten US-Militärgemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten generiert Schätzungen zufolge jedes Jahr Hunderte Millionen Euro an Löhnen, Gehältern, Mieten und Aufträgen in der regionalen Wirtschaft. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht, aber nicht umgesetzt.

In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte, die bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner - etwa im Nahen Osten - von enormer Bedeutung sind. Der US-Kongress beschloss Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus, demzufolge die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen darf.

Noch im März hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. "Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe", sagte der CDU-Vorsitzende in Washington nach einem Treffen mit Trump. Im vergangenen Sommer - bei einem früheren Besuch des Kanzlers in Washington - machte Trump Deutschland Hoffnung, die Zahl der dort stationierten US-Soldaten nicht zu reduzieren. Wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit, sagte auf Journalistenfragen. "Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem."

Nimmt man Trumps jüngste Äußerungen zum Maßstab, scheint das persönliche Verhältnis zu Merz an einem Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck am Mittwoch entgegen. "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut", sagte er. "Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander."

Über Monate pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein recht gutes Verhältnis zueinander. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte die Regierung in Washington öffentlich. So warf er ihr vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. "Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben", sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland. Merz verglich die Situation mit jener in Afghanistan und dem Irak und meinte: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung."

Merz ist nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv attackiert. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron bei dem Republikaner in Ungnade gefallen. Zuletzt krachte es nach der Kritik des US-Präsidenten am Papst sogar zwischen ihm und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

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