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Eine Mitarbeiterin einer Reinigungsfirma sei allerdings von einem herabstürzenden Gebäudeteil getroffen worden, berichtete Rai Südtirol. Sie soll leicht am Arm verletzt worden sein. Die Frau konnte telefonisch erreicht und über einen sicheren Ausgang aus dem einsturzgefährdeten Gebäude ins Freie gebracht werden, teilte die Feuerwehr mit. Auch fünf weitere Reinigungskräfte befanden sich im Gebäude, sie konnten dieses aber unverletzt verlassen. Gerichtspersonal bzw. Mitarbeiter waren zu der Uhrzeit nicht zugegen. Wie es zu dem Einsturz kam, war vorerst unklar und Gegenstand von Ermittlungen. Laut dem Land Südtirol waren kurz vor dem Einbruch großer Teile des Gerichtsgebäudes die tragenden Säulen des Gebäudes eingeknickt. Dadurch brachen unter anderem die Säle des Schwurgerichts sowie vier darüber liegende Stockwerke ein. Wie das Land bestätigte, liefen in dem Gebäude zuletzt Umbau- und Erweiterungsarbeiten. Es habe sich um wichtige Arbeiten zur Verbesserung der Statik gehandelt.
Die Berufsfeuerwehr führte einen ersten Lokalaugenschein durch, mithilfe einer Drohne wurden Aufnahmen im Gebäude angefertigt, um technische Erkenntnisse über die Lage und das Einsturzgeschehen zu gewinnen, wie es hieß. Mit einer Drehleiter verschafften sich die Einsatzkräfte unter anderem auch von oben einen Überblick über die Situation. Der Vorfall soll sich kurz nach 6.00 Uhr ereignet haben.
Indes wurden bei einer Pressekonferenz in Bozen weitere Details zu dem Einsturz und nun folgende Maßnahmen und Schritte bekanntgegeben. Vier Stockwerke des mittleren Gebäudeteils seien eingebrochen, hieß es bei dem Medientermin am späten Vormittag. Die Lage am Bozner Gerichtsplatz sei aktuell "noch unübersichtlich", Einsatzkräfte samt Suchhunden würden die Trümmer noch durchsuchen, wurde zudem ausgeführt. "Der gesamte Gerichtsplatz wird abgeriegelt", sagte Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati. Auch die Präsidentin des Landesgerichts Bozen, Francesca Bortolotti, verkündete ob der schweren Beschädigung eine bereits laufende Maßnahme: "Die Sicherheit des Gebäudes hat oberste Priorität, gleichzeitig wird aber schon nach Ausweichräumen für dringende Gerichtsverhandlungen gesucht."
Zudem müsse das Gebäude nach dem Einsturz umfassend geprüft werden, hieß es weiters. Noch am Donnerstagnachmittag sollen Statiker das Gebäude betreten, um dessen Stabilität zu prüfen, wurde verlautbart. Erst dann könne endgültig entschieden werden, ob lediglich der eingestürzte Gebäudeteil oder das gesamte Gerichtsgebäude unbenutzbar sei. Parallel prüfe man außerdem, "wie das Gebäude vor weiteren Schäden geschützt werden kann."
Untersuchungen müssten nun jedenfalls klären, "wie es zum Einsturz kommen konnte, zumal gerade umfangreiche Arbeiten zur statischen Sicherung des Gebäudes durchgeführt wurden", betonte Hochbaulandesrat Christian Bianchi (Forza Italia) in einer Aussendung des Landes. Das Wichtigste sei jedoch "dass es keine Schwerverletzten oder Todesopfer gibt", hob Bianchi hervor.
Dem schloss sich auch Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) an. Es gebe "keine Schwerverletzten oder gar Tote", was momentan "das Wichtigste" sei. "Alles andere wird sich beheben lassen. Wir haben bereits begonnen zu prüfen, welche Ersatzräumlichkeiten das Land der Justiz zur Verfügung stellen kann", führte Kompatscher aus.
++ HANDOUT ++ ZU APA0202 VOM 16.7.2026 - Mindestens ein Viertel des Gerichtsgebäudes in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen ist Donnerstagfrüh, 16. Juli 2026 plötzlich eingestürzt. Im Bereich hinter den Säulengängen des Landesgerichts klaffte ein Loch, Steine und Gebäudeteile lagen am Platz, berichteten Südtiroler Medien.
