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Entwickelt hat die Methode der kanadisch-amerikanische Psychologe Gordon Alan Marlatt in den 1980er Jahren, ursprünglich zur Rückfallprävention bei Suchterkrankungen. Die Methode ist mittlerweile aber auch in neueren Methoden der Verhaltenstherapie sowie in der Achtsamkeit etabliert, heißt es in dem Beitrag.
Die Grundidee der Methode: Verlangen verschwinden nach einer Weile meist von selbst, sie halten oft nur wenige bis maximal 30 Minuten an. Statt aber die Gedanken daran aktiv wegzudrücken, geht es bei "Urge Surfing" um Akzeptanz. Wer lernt, einen Drang auszuhalten, anstatt ihm nachzugeben, schwächt langfristig dessen Macht.
Zentral ist die Metapher der Welle, auf der es gedanklich zu reiten gilt. Einen Drang oder ein Verlangen kann man sich als Welle von Gefühlen vorstellen, die sich immer weiter aufbaut, an Intensität zunimmt, einen Höhepunkt erreicht und dann aber auch wieder abflacht. Das Verlangen lässt nach.
Wer die Übung wiederholt einsetzt, wenn sich ein Impuls meldet, dem man nicht nachgeben will, wird über die Zeit sensibler und kann Verlangen auf Dauer besser widerstehen.
Und wie geht man dabei genau vor? Der Diplom-Psychologe Klaus Nuyken beschreibt die praktische Durchführung so:
Wenn die Welle abgeflacht ist, sind wir in der Lage, selbst zu bestimmen, ob wir dem Drang nachgeben wollen – oder eben nicht.
Wichtig: Urge Surfing kann ein hilfreicher Einstieg sein, wenn es darum geht, die eigene Impulskontrolle zu verbessern. Sie setzt aber regelmäßige Übung voraus und ersetzt keine professionelle Therapie. Bei ausgeprägten Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen ist fachliche Unterstützung nötig.
BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Laura Ludwig/Laura Ludwig
