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"Der Block B mit 500 Megawatt Leistung ist ausgefallen", sagte ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers Leag am Dienstag. "Wir hoffen, ihn im Laufe des Tages wieder ans Netz zu bekommen." Man prüfe, ob und wie dies mit dem kurzfristigen Leitungsausfall am nahegelegenen Umspannwerk zu tun habe. Eine Polizeisprecherin sagte, dort sei unter anderem eine Sprengvorrichtung gefunden worden, die jedoch nicht explodiert sei.
Sie sprach von einer "unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtung" an einer Leitung. Man nehme den Vorfall sehr ernst. Ob ein Schaden entstanden sei, sei Teil der Ermittlungen. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Laut Netzbetreiber 50Hertz sei die Tat am Dienstagmorgen verübt worden. Einen Stromausfall für Kunden habe es nicht gegeben. Eine Sprecherin des Netzbetreibers 50hertz erklärt, nach bisherigen Erkenntnissen seien selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähnelten, eingesetzt worden.
Der Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte, man nehme die Angriff auf die kritische Infrastruktur sehr ernst. "Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen." Die Beschäftigten hätten besonnen gehandelt und Schlimmeres verhindert. Die Sicherheitsbehörden arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung. "Wer versucht, unsere kritische Infrastruktur zu sabotieren und das gesellschaftliche Leben zu lähmen, greift uns alle an. Aber wir lassen uns von krimineller Energie weder erpressen noch verunsichern." Man rufe die Bevölkerung zu besonderer Aufmerksamkeit auf.
Der Vorfall weckt Erinnerungen an den Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz mit einem großflächigen Blackout zum Jahreswechsel. Er geht vermutlich auf das Konto von Linksextremisten. Vor gut einem Monat wurde zudem mit Drohnen und Sprengstoff ein Anschlagsversuch auf den Leipziger Frachtflughafen unternommen. In der Nähe standen ukrainische Frachtflugzeuge vom Typ Antonow. Sicherheitsexperten gehen hier von einer Verbindung zu Russland aus. Am Abend wollten sich Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) dazu äußern.
