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Sprengdrohne flog direkt auf ukrainische Maschine zu

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Vom Flugplatz werden Rüstungsgüter in die Ukraine transportiert
©APA/APA/dpa/Hendrik Schmidt
Die vergangene Woche am Flughafen Leipzig/Halle aufgefundene Drohne mit einer Sprengstoffladung ist laut einem Medienbericht direkt auf ein ukrainisches Frachtflugzeug zugeflogen. Wie die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" am Montag berichtete, zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera, dass die Drohne am Abend auf einer Tragfläche des Flugzeugs des Typs Antonow einschlug.

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In den Tragflächen befinden sich in der Regel Treibstofftanks. Auf den Aufnahmen sei zu sehen, dass das Gerät von der Tragfläche abprallte und zu Boden fiel, berichtete die "Zeit". Spuren an einem Flügel der Antonow bestätigen diesen mutmaßlichen Ablauf.

Warum der Sprengsatz nicht explodierte, sei noch unklar, hieß es. Er sei später nicht an der Drohne selbst vorgefunden worden, sondern in einiger Entfernung davon. Möglicherweise habe er sich beim Aufprall abgelöst. Bei dem Sprengstoff habe es sich um Semtex gehandelt.

Die Drohne war in der Nacht auf Mittwoch kurz vor Mitternacht zufällig von einem Mitarbeiter entdeckt worden. Zu diesem Zeitpunkt soll sie allerdings Berichten zufolge in geringer Höhe zwischen mehreren geparkten ukrainischen Frachtmaschinen geschwebt sein. Später kollidierte eine Frachtmaschine an dem Flughafen mit einem weiteren Objekt, das aber noch nicht gefunden wurde.

Die Herkunft der Drohne ist bisher unklar, der Verdacht richtet sich vor allem gegen Russland. Der Leipziger Flughafen ist ein Umschlagplatz für Militärgüter für die Ukraine.

Die deutsche Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. "Die Ermittlungen dauern an", sagte eine Sprecherin. Die oberste Anklagebehörde hatte die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt hatte von einem "hybriden Anschlagsszenario" gesprochen und "fremde Mächte" als Urheber nicht ausgeschlossen.

Der Vorfall löste eine Debatte über die Drohnenabwehr an kritischer Infrastruktur aus. Als Reaktion will Dobrindt einem "Bild"-Bericht zufolge die Anti-Drohnen-Einheiten bei der Bundespolizei verdoppeln.

Dem "Zeit"-Bericht zufolge ereignete sich der Vorfall am Dienstagabend voriger Woche gegen 19.30 Uhr. Die Drohne sei erst rund vier Stunden später entdeckt worden. Wie die Videoaufnahmen dem Bericht zufolge nun zeigen, lag sie bereits auf dem Boden, als ein Busfahrer darauf aufmerksam wurde, seinen Fuß darauf stellte und das Sicherheitspersonal verständigte. Damit würden bisherige Darstellungen korrigiert, wonach der Busfahrer das über dem Boden schwebende Fluggerät mit einem Fußtritt aus der Luft geholt habe. Diese Version hatte unter anderem der CDU-Bundestagsabgeordnete Detlef Seif nach einer Unterrichtung von Innenpolitikern durch die deutsche Regierung wiedergegeben.

Minister Dobrindt (CSU) will die Drohnenabwehr der deutschen Bundespolizei deutlich ausbauen. Der Minister werde dazu noch im Laufe des Tages eine Weisung erteilen, teilte eine Ministeriumssprecherin am Montag mit. Demnach soll die Zahl der in diesem Bereich eingesetzten Spezialkräfte auf 300 aufgestockt werden. Zudem werde die Zahl der Standorte von vier auf acht verdoppelt. Ziel sei es, in der Fläche in ganz Deutschland präsent und bei Bedarf schnell und flexibel vor Ort zu sein. Die Drohnenabwehreinheit befinde sich noch im Aufbau. Wie viele Bundespolizisten ihr aktuell angehören, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Zudem bestätigte die Sprecherin Medienberichte über die Errichtung eines neuen Technologiezentrums für Drohnensicherheit. Dieses werde am 18. August am Standort Kochstedt (Sachsen-Anhalt) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eröffnet. Das Innenministerium errichte dort gemeinsam mit dem DLR und dem Forschungsministerium eine bundesweit einzigartige Einrichtung. In sogenannten Reallaboren sollten dort innovative Technologien zur Drohnensicherheit erforscht, entwickelt und erprobt werden.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich bei der Drohnenabwehr an Flughäfen auch für einen Einsatz der Armee ausgesprochen. "Ich glaube, dass in diesen Zeiten diese strikte Trennung beim Thema äußere und innere Sicherheit zwischen Bund und Ländern nicht mehr zeitgemäß ist", sagte Günther am Montag im Deutschlandfunk. Er halte es "für unproblematisch, dass auch die Bundeswehr bei der Bekämpfung im Inneren eingesetzt wird".

Für die Drohnen-Abwehr an Flughäfen ist in Deutschland derzeit grundsätzlich die Bundespolizei zuständig. Günther verwies darauf, dass für einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren eine Änderung der Verfassung nötig sei. Darüber müsse nun gesprochen werden. Widerspruch kam vom Koalitionspartner SPD.

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