Nicht einmal ein Prozent der Steuerpflichtigen tragen fast ein Fünftel des gesamten Lohn- und Einkommensteuer-Aufkommens in Österreich. Die SPÖ hätte das gerne ausgeweitet.
Staatliche Umverteilung erfolgt nicht nur ausgabenseitig durch Sozialleistungen, sondern auch einnahmenseitig. Auch in Österreich, wo Vermögenssteuern wie die Grundsteuer kaum eine Rolle spielen im internationalen Vergleich: Hierzulande wird bei Einkommen angesetzt.
Und zwar durch ein progressives Steuersystem, bei dem der Steuersatz mit steigendem Einkommen zunimmt. Das bedeutet, dass die prozentuelle Belastung nach oben hin immer größer wird. Es ist ein Prinzip, das dem Grundsatz folgt, dass jede Person zahlt, so viel sie kann.
Durchschnittseinkommen verschleiert Unterschiede
Das Ergebnis wird in der Integrierten Lohn- und Einkommensteuer-Statistik sichtbar, die die Statistik Austria für das Jahr 2023 gerade fertiggestellt hat. Darin werden sämtliche Einkommen zusammengefasst. Löhne aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit genauso wie Einkommen aus selbstständiger, aber auch Pensionen. 7,8 Millionen Männer und Frauen sind demnach auf insgesamt 269,9 Milliarden Euro gekommen. Das entspricht rund 34.000 Euro pro Kopf. Die Steuerleistung belief sich auf 38,9 Milliarden Euro bzw. 4.979 Euro pro Kopf.
Wobei der Durchschnitt hier wenig bis nichts zum Ausdruck bringt: Bei einem Drittel der Personen lag das Einkommen unter 20.000 Euro – und sie mussten in ihrer Gesamtheit auch nicht nur keine Steuer zahlen, sondern erhielten eine Gutschrift (Negativsteuer). Umgekehrt fielen zwar gerade einmal 0,6 Prozent in die höchste Einkommensstufe, die bei 200.000 Euro beginnt: Pro Kopf erreichten diese rund 47.000 Spitzenverdiener aber über 400.000 Euro, und dafür mussten sie auch sehr viel abliefern; ebenfalls pro Kopf knapp 150.000 Euro nämlich. Summa summarum kamen damit allein von ihnen 6,9 Milliarden Euro für den Staatshaushalt zusammen bzw. knapp ein Fünftel des gesamten Lohn- und Einkommensteuer-Aufkommens.
Die SPÖ will mehr
Genug? Die SPÖ ist der Überzeugung, dass die Steuerleistung bei einem Teil dieser Spitzenverdiener noch größer sein könnte. Dann, so die Überlegung, könnte eine Erhöhung des Kindermehrbetrags für Geringverdiener finanziert werden. Konkret sollte der Spitzensteuersatz von 55 Prozent nicht weiter nur für Einkommensteile über einer Million gelten, sondern schon für jene ab 500.000 Euro. ÖVP und NEOS lehnen das jedoch ab.
Johannes Huber, Journalist und Blogger schreibt jede Woche zu politischen Themen
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Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 40/2026 erschienen.
