Johannes Huber
©Matt ObserveBisherige Angaben für die Bundesländer sind zum Teil stark revidiert worden: „Pro Kopf“ im Spitzenfeld befindet sich mit mehr als 8.000 Euro neuerdings auch das Burgenland.
Im Spätsommer gingen Angaben zur Pro-Kopf-Verschuldung von Ländern und Gemeinden inklusive öffentlicher Unternehmen und Einrichtungen, die ihnen zugeordnet sind, „durch die Medien“, wie man so sagt.
In der Steiermark war der Stand demnach am höchsten, gefolgt von Kärnten und, mit großem Abstand, dem Burgenland. Der Haken: Bei den Werten, die sich auf das vergangene Jahr bezogen, handelte es sich um vorläufige. Jetzt liegen die endgültigen vor - und sie weichen ab davon.
Doskozils Schuldenproblem steckt in den Landesunternehmen
Vor allem in Bezug auf das Burgenland ist das der Fall: „Statistik Austria“, wo die Daten im Sinne des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen gesammelt werden, kommt nicht auf 7.783, sondern auf 8.205 Euro. Das sind um 422 Euro mehr. Damit hat das Burgenland beinahe zu Kärnten aufgeschlossen, dessen Pro-Kopf-Verschuldung 8.227 Euro* beträgt. An der unrühmlichen Spitze bleibt die Steiermark (8.527 Euro).
Das von Hans Peter Doskozil (SPÖ) als Landeshauptmann geführte Land selbst würde gar nicht so schlecht dastehen. Das Problem sind „außerbudgetäre Einheiten“, die getrennt davon geführt werden. Damit gemeint sind Landesunternehmen, die zu einem großen Teil in einer eigenen Holding zusammengefasst sind und alles in allem tief in den roten Zahlen stecken. Doskozil wird zunehmend kritisiert dafür und lässt etwa wissen, dass man bei der Holding, bei der er Aufsichtsratsvorsitzender ist, Vermögenswerte mitberücksichtigen müsse, die höher seien als die Verbindlichkeiten.
Für die Statistik kommt es jedoch ausschließlich auf die Schulden an und sie weisen im Burgenland, aber auch in der Steiermark und in Wien, eine stark steigende Tendenz auf. In der Bundeshauptstadt, die zugleich Bundesland ist, sind sie im vergangenen Jahr auf 7353 Euro pro Kopf geklettert.
Schon länger steil nach oben gehen sie abgesehen davon im äußersten Westen. Dort fällt es nur weniger auf, weil sie noch immer viel niedriger sind. Damit gemeint sind Vorarlberg (auf zuletzt 5.101 Euro) und Tirol (3.313 Euro)*. Noch steht Tirol trotzdem am besten da. Diese Position ist jedoch gefährdet: In Oberösterreich ist der Schuldenstand seit Jahren vergleichsweise stabil und mit 33.23 Euro* nur noch geringfügig höher.
*Einige Beträge, die dieser Text ursprünglich enthielt, sind von der „Statistik Austria“ revidiert und daher auch hier korrigiert worden. Für Kärnten beispielsweise von 8.187 auf 8.227 Euro. Die übrigen Veränderungen bewegen sich im einstelligen Bereich, für Oberösterreich etwa von 3327 auf 3323 Euro und für Tirol von 3.315 auf 3.313 Euro.
