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Leichter Rückgang der Krankenstände im Vorjahr

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Viele Atemwegserkrankungen nach Covid
Die Krankenstände der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich sind im Jahr 2025 zurückgegangen. Sie sanken im Jahresvergleich um 2,7 Prozent auf durchschnittlich 14,7 Kalendertage im Krankenstand, geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Fehlzeitenreport des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo hervor. Auf Kurzkrankenstände (weniger als vier Tage) entfielen 44,7 Prozent (2024: 43,2), was aber nur 10 Prozent aller Fehltage ausmachte.

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Die direkten Kosten krankheitsbedingter Ausfälle, bestehend aus der Entgeltfortzahlung der Betriebe (4,8 Mrd. Euro) sowie dem Krankengeld der Krankenversicherung (1,2 Mrd. Euro), beliefen sich laut den letztverfügbaren Daten aus dem Jahr 2024 auf 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dazu kommen weiters Wertschöpfungsverluste, die unter vereinfachten Annahmen bis zu 8,8 Mrd. Euro bzw. 1,9 Prozent des BIP erreichen können, geht aus den Unterlagen zum Report hervor.

Trotz des leichten Rückgangs sind die Krankenstandszahlen noch immer höher als vor der Covid-Pandemie. Atemwegserkrankungen hätten seither zugenommen, erklärte Studienautorin Christine Mayrhuber vom Wifo in einer Pressekonferenz: "Das ist gekommen, um zu bleiben." Weiters auffällig: Frauen weisen durchschnittlich mehr Krankenstandstage auf, nämlich 15,5 gegenüber 14,1 bei Männern. Das habe mit der steigenden Frauenerwerbsquote, körperlich und psychisch belastenderen Arbeitsverhältnissen, aber auch der Doppelbelastung von Frauen zu tun.

Während der Anteil von Muskel- und Skeletterkrankungen über die Jahre gesunken ist (1994: 22,4 Prozent, 2025: 19,1), gab es einen stillen Anstieg psychischer Erkrankungen: Ihr Anteil liegt derzeit bei 11,8 Prozent, 1994 waren es nur 2,6 Prozent. "Die Arbeitswelt im 21. Jahrhundert schont den Körper, fordert aber den Geist, und auf diese Entwicklung muss es Antworten geben", mahnte Mayrhuber.

Gesondert untersucht wurden diesmal die Muskel- und Skeletterkrankungen, wo es weniger Fälle, aber überdurchschnittlich lange Ausfallzeiten gibt. Auffällig hier: Mehr als 94 Prozent wenden sich hier zunächst an die Allgemeinmedizin. Therapieberufe mit 12,2 und physikalische Medizin mit 8,9 Prozent werden aber relativ wenig in Anspruch genommen. "Es braucht eine gezielte Ansprache, um diese Versorgungslücken zu schließen", betonte die Wifo-Expertin.

Claudia Neumayer-Stickler, Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, freute sich über die sinkenden Zahlen, zeigte sich aber über die Entwicklung bei den langen Krankenständen besorgt. Beim Unterschied zwischen den Geschlechtern sprach sie von einer "Entwicklung, die ich mit Sorge sehe und die wir sehr ernst nehmen müssen".

Rolf Gleißner von der Wirtschaftskammer sah vor allem bei Prävention und Rehabilitation viel zu tun, um die Krankenstandstage zu senken. Arbeiterkammer-Vertreter Wolfgang Panhölzl zeigte sich alarmiert, dass therapeutische Angebote nur wenige der Betroffenen erreichen. In Sachen Älterenbeschäftigung sah er vor allem die Arbeitgeber gefordert, für altersgerechte Arbeitsplätze zu sorgen.

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