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Seit damals wurden die Krankenstände immer kürzer, 2015 war die durchschnittliche Dauer mit 9,9 Tagen erstmals einstellig. Nach einer leichten Erhöhung in den Corona-Jahren (2020: 11,7; 2021: 10,3) gingen die Werte weiter zurück.
Weniger klar ist der Trend bei den durchschnittlichen Krankenstandstagen pro erwerbstätiger Person. Im Vorjahr lag die Zahl bei 14,7, ein Rückgang gegenüber den 15,1 Tagen im Jahr 2024. Der Tiefstwert war 2006 bei 12,0 Tagen gelegen. Bei der Veröffentlichung des Wifo-Fehlzeitenreports Ende Juni hatte es geheißen, dass die Werte noch immer höher als vor der Covid-Pandemie seien. Atemwegserkrankungen hätten seither zugenommen, erklärte Studienautorin Christine Mayrhuber damals: "Das ist gekommen, um zu bleiben."
Der ÖGB bezeichnete die Entwicklung in einer Aussendung als erfreulich, sah aber noch lange keinen Grund zur Entwarnung. "Denn jeder Krankenstandstag ist einer zu viel", so Julia Stroj, im ÖGB für Gesundheit zuständig: "Daher braucht es ausreichend Präventionsmaßnahmen, bessere Arbeitsbedingungen und verlässlichen Schutz für Beschäftigte."
Ähnlich die Arbeiterkammer: "Jeder verhinderte Krankenstand ist grundsätzlich eine gute Nachricht", so Soziales-Bereichsleiterin Ines Stilling, die einen Kündigungsschutz im Krankenstand und Prävention forderte. Arbeitsdruck, Personalmangel und steigende psychische Belastungen seien für viele Beschäftigte nämlich Alltag.
Die Wirtschaftskammer hält hingegen Maßnahmen gegen Krankenstandsmissbrauch für notwendig. Die Masse der Arbeitnehmer würde sich korrekt verhalten, aber nicht alle, so Sozialpolitik-Abteilungsleiter Rolf Gleißner: "Je Arbeitstag, der durch Krankenstand verloren geht, treffen die Unternehmen Kosten von mindestens 300 Euro."
