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Immer mehr Menschen werden Österreicher – die neue Bilanz

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13.700 Personen erhielten im 1. Halbjahr Staatsbürgerschaft
©APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER

Die Einbürgerungen sind heuer im ersten Halbjahr um beinahe ein Fünftel gestiegen. Laut Statistik Austria wurde die österreichische Staatsbürgerschaft an 13.700 Personen verliehen, davon an 3.950 mit Wohnsitz im Ausland. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum waren das um 2.035 bzw. 17 Prozent mehr Einbürgerungen.

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Langjähriger Wohnsitz als häufigster Einbürgerungsgrund

Mit 55 Prozent gab es den höchsten Zuwachs bei Einbürgerungen von Ehepartnern und Kindern. "Die meisten Neo-Österreicher:innen wurden aufgrund ihres langjährigen Wohnsitzes in Österreich, nachgewiesenen Deutschkenntnissen und nachhaltiger Integration eingebürgert", erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. Die Einbürgerungen von Personen, die seit mindestens sechs Jahren in Österreich leben, stiegen auf 4.829 (plus 32 Prozent).

Herkunftsländer: Syrien, Türkei und Afghanistan an der Spitze

Unter den im ersten Halbjahr Eingebürgerten, die in Österreich leben (9.750 Personen), kamen mehr als die Hälfte (53 Prozent) aus einem der folgenden fünf Staaten: Syrien (2.319 bzw. 24 Prozent), Türkei (1.058 bzw. 11 Prozent), Afghanistan (968 bzw. 10 Prozent), Iran (433 bzw. 4 Prozent) sowie Bosnien und Herzegowina (407 bzw. 4 Prozent).

Fast die Hälfte der Einbürgerungen waren Frauen (6.692 bzw. 49 Prozent). Rund ein Drittel der Neo-Österreicher:innen war unter 18 Jahre alt (4.429 bzw. 32 Prozent). Mehr als ein Fünftel wurde in Österreich geboren (3.080 bzw. 22 Prozent). Die Zahl jener, die in Österreich wohnen und die Staatsbürgerschaft erhielten, wuchs im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 34 Prozent an.

Regionale Unterschiede: Kärnten mit dem stärksten Zuwachs

In acht Bundesländern wurden mehr Personen eingebürgert als in der ersten Jahreshälfte 2025. Die relative Zunahme der Einbürgerungszahlen war in Kärnten (plus 93 Prozent auf 418 Personen) am deutlichsten, gefolgt von Wien (plus 60 Prozent auf 3.333), Niederösterreich (plus 45 Prozent auf 1.871), Vorarlberg (plus 36 Prozent auf 648), Steiermark (plus 27 Prozent auf 1.193) und Tirol (plus 24 Prozent auf 725). Weniger Einbürgerungen gab es gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Oberösterreich (minus 16 Prozent auf 1.028).

Rechtsanspruch und Ermessen: So wurden die Staatsbürgerschaften vergeben

Mehr als zwei Drittel der Eingebürgerten hatten einen Rechtsanspruch (9.696 Personen bzw. 71 Prozent). Darunter waren 4.829 Personen bzw. 35 Prozent, die nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen eingebürgert wurden. 428 Personen erhielten aufgrund der Ehe mit einer Österreicherin oder einem Österreicher sowie 294 Personen aufgrund eines mindestens 15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration die österreichische Staatsbürgerschaft. Weitere 756 Personen bekamen sie im Ermessen, darunter 717 Personen nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz sowie 39 Personen aufgrund außerordentlicher Leistungen im Staatsinteresse.

NS-Verfolgte und deren Nachkommen: Rückgang um zehn Prozent

Gruppe der politischen Verfolgten des Nationalsozialismus und deren Nachkommen sank um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von Jänner bis inklusive Juni erhielten vier politisch Verfolgte des Nationalsozialismus und 3.923 Nachkommen von politisch Verfolgten die österreichische Staatsangehörigkeit. Von diesen lebten alle bis auf zwölf Personen im Ausland. Die meisten kamen aus Israel (1.880 bzw. 14 Prozent), gefolgt von den Vereinigten Staaten (1.233 bzw. 9 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (425 bzw. 3 Prozent).

Politische Reaktionen: FPÖ alarmiert, SOS Mitmensch relativiert

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sieht in den von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen eine "alarmierende Bilanz des politischen Versagens". Der Anstieg um fast ein Fünftel sei ein "fatales Signal" und zeige, "wohin eine Politik der offenen Grenzen und der falschen Anreize" führe. Stattdessen wäre nun eine Verschärfung der Staatsbürgerschaft nötig, so Schnedlitz. Der Freiheitliche sorgt sich besonders wegen der Herkunftsstatistik: "Wenn Syrer, Türken und Afghanen die Liste anführen, dann sehen wir hier eins zu eins die fatalen Früchte der verantwortungslosen Politik der offenen Grenzen von 2015." Statt "Schutz auf Zeit" sei durch die Asylgewährung eine Einwanderungswelle durch die Hintertür losgetreten worden.

Gänzlich anders interpretiert die NGO "SOS Mitmensch" die Zahlen. Trotz des Anstiegs gebe es keine Trendumkehr beim Staatsbürgerschaftserwerb. Die Einbürgerungsrate befinde sich bei lediglich einem Prozent und damit weit unter dem EU-Durchschnitt von 2,6 Prozent.

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