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In Wien unterscheidet man laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zwischen kurzfristigen, wetterabhängigen Maßnahmen und Schritten, die längerfristig Entlastung bringen sollen. Erstere umfassen etwa das Anpassen der Ernährung, den Verzicht auf Outdoor-Aktivitäten in Pflegeeinrichtungen in der Mittagshitze, die Eröffnung kühlender Bereiche oder die Installation von Nebelduschen. Langfristiger wirksam sind bauliche Vorhaben.
Schlechte Nachrichten gibt es für jene, die klassische Klimaanlagen schätzen bzw. gute für Menschen, die sich im Eishauch solcher Geräte oft verkühlen: Diese Modelle werden nicht überall im Spitalsgebäude eingesetzt. Das liegt zum einen am Energieverbrauch, hängt aber auch mit Anforderungen an die Krankenhaushygiene zusammen, wie in Wien betont wird. Auch bestünden Spitäler aus vielen, teils offenen Räumen. Eingänge würden ebenfalls häufig geöffnet bleiben. Eine Vollklimatisierung wird jedoch dort umgesetzt, wo sie notwendig ist und Vorgaben dies erfordern. Dazu gehören OP-Säle, Intensivstationen, Untersuchungs- und Behandlungsräume, Labore, der Röntgenbereich, die Apotheke oder die Zentralküche. Teilweise kommen unterstützend Deckenkühlungen zum Einsatz.
Auch auf das aktuelle Modernisierungsprogramm des Gesundheitsverbunds wurde gegenüber der APA verwiesen. Die Pavillon-Spitäler Ottakring, Hietzing und Favoriten werden bei laufendem Betrieb als Zentralgebäude neu errichtet. Mit Blick auf langfristig steigende Temperaturen spiele die Gebäudekühlung hier eine wichtige Rolle, betont man. Der Wiener Gesundheitsverbund setzt dabei laut eigenen Angaben auf Lösungen, die hohe Aufenthaltsqualität mit klimaschonender Energieeffizienz verbinden sollen. Dazu zählen unter anderem Kühlsysteme auf Basis von Fernkälte, das Einblasen vorgekühlter Luft oder sonnenstandgesteuerte Beschattungen.
Generell werde in Wiens Krankenhäusern darauf geachtet, zu Randzeiten zu lüften und Jalousien falls nötig geschlossen zu halten. Zudem würde das Personal ein besonderes Augenmerk auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine an die Hitze angepasste Ernährung bei den Patienten bzw. Bewohnern legen.
"Die Hitze im Krankenhaus ist eine reale Belastung - sowohl für Patienten als auch für Mitarbeiter", sagte Christian Blaschke, Sprecher der Salzburger Landeskliniken (SALK). Dies gelte insbesondere in Gebäuden mit schlechtem baulichen Zustand. "Einzelne Häuser sind im Kern bis zu 330 Jahre alt." Aber auch die deutlich jüngere Chirurgie West mit ihrer großen Glasfassade würde sich bei Hitzewellen stark aufheizen. "Es kann hier in den Patienten- und Personalräumen zu Temperaturen von bis zu 40 Grad kommen." Der betroffene Bauteil werde aktuell aber saniert und mit einer Sonnenschutzkonstruktion ausgestattet.
Bei Neubauten seien generell Hitzeschutz und Kühlung vorgesehen, im Bestand prüfe man Maßnahmen wie Beschattung, "Cooling Zones" und gezielte technische Kühlung besonders belasteter Bereiche. Keine Abkühlung verschaffen mobile Klimageräte und Ventilatoren. "Diese sind am Krankenbett verboten, weil sie Keime aufwirbeln und verteilen können."
Auch im Krankenhaus Schwarzach im Pongau kennt man die hitzebedingten Herausforderungen. "Operationssäle, Labore und Räume mit Großgeräten sind über ein Lüftungssystem klimatisiert, zur Gänze klimatisiert ist das Kinderspital", betonte Sprecher Florian Emminger. In Bestandsgebäuden habe man teilweise in die Ganglüftungen Kälteregister eingebaut. "Das kommt auch den Patientenzimmern zugute." Darüber hinaus laufen Planungen für die Adaption mehrerer Gebäude - etwa mit neuen Fenstern oder außen liegendem Sonnenschutz. Beim Neubau Haus E, das 2027 in Betrieb gehen soll, habe man den Hitzeschutz von Anfang an mitberücksichtigt.
Die Spitäler verfügen über einen Hitzeschutzplan und Hitzeschutzbeauftragte, zudem versuchen sie, mit Informationen Mitarbeiter und Patienten zu sensibilisieren. "Da geht es etwa um intelligentes Lüften. Man öffnet die Fenster in den Morgen- und Abendstunden - und eben nicht, wenn es draußen 35 Grad hat", betonte Emminger. Noch habe man in Salzburg den Vorteil, dass die Nächte derzeit noch kühler sind.
Was die 74 Seniorenwohnhäuser im Bundesland betrifft, hat mehr als die Hälfte der Einrichtungen bereits Hitzeschutzpläne ausgearbeitet, informierte zuletzt das Land. Wie viele der Häuser eine Kühlung aufweisen, könne ad hoc jedoch nicht erhoben werden. Verwiesen wurde aber darauf, dass bei Neu- und Umbauten geeigneter Sonnenschutz angebracht werden muss.
Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt wird ebenfalls mit verschiedenen Maßnahmen versucht, die Hitze einzudämmen. Dazu zählen laut Spitalsangaben die Beschattung der Räume mit Außenjalousien oder Stoßlüften in den frühen Morgen- und Abendstunden. Bereiche mit hohem Patientenaufkommen oder erhöhtem Kühlbedarf verfügen über technische Kühllösungen. Im Rahmen künftiger Sanierungen werde die Möglichkeit einer Kühlung der Räumlichkeiten von Beginn an mitberücksichtigt. Darüber hinaus werde auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr der Patienten geachtet, hieß es auch dort.
In allen Kliniken der Gesundheit Burgenland sind die Operationssäle, Intensivstationen und Räume mit Geräten, die eine Kühlung brauchen, klimatisiert. Im neuesten Krankenhaus, der Klinik Oberwart, sind alle Patientenbereiche klimatisiert. Patienten wird empfohlen, nicht akute Kontroll- und Ambulanztermine auf weniger heiße Tage zu verschieben. Die Gebäude sind zwar klimatisiert, die Anreise kann für manche jedoch bei der aktuellen Hitze eine besondere Anstrengung sein.
Die neuen Pflegewohnhäuser der Sozialen Dienste Burgenland verfügen über moderne Klimalösungen. Der Ausbau erfolge meist mit zeitgemäßer Gebäudetechnik wie Flächenkühlungen, Fußbodenkühlungen oder Klimaanlagen. Der Vorteil von Flächenkühlungen sei, dass diese Systeme die Räume ohne Zugluft abkühlen, was für ältere Menschen wesentlich verträglicher sei. Das Pflegewohnhaus in Neudörfl etwa verfüge über Klimatisierungen in den öffentlichen Aufenthaltsbereichen, um das soziale Leben auch im Sommer "angenehm zu halten". In den Wohnräumen werde auf Beschattung und Lüften gesetzt.
Dass Klimaanlagen problematisch sein können, führt man auch in der Steiermark ins Treffen. Wobei eine Klimatisierung gesetzlich nicht vorgesehen ist, sagte Brigitte Schafarik von der WKO-Fachgruppe für Gesundheitsbetriebe in der Steiermark auf APA-Nachfrage. Rund 200 der etwa 230 Pflegeheime in der Steiermark werden nicht seitens des Landes, sondern von gemeinnützigen oder privaten Trägern betrieben. Die Beschäftigten halten sich an Hitzeschutzpläne und sorgen dafür, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ausreichend trinken, im Schatten sind oder aus heißen Zimmern in die meist kühleren Speisesäle gebracht werden.
Abgesehen davon gibt es immer wieder auch Senioren, die sich selbst Klimageräte von ihren Angehörigen in ihre Zimmer stellen lassen. Schafarik meinte, dass es mit großflächig eingesetzten Klimaanlagen aber auch Probleme geben könnte: Ältere Menschen reagieren oft sehr empfindlich auf Zugluft und es könnte auch hygienische Bedenken geben. Drittens stelle sich natürlich auch die Frage der Finanzierbarkeit. "Unterm Strich bleibt: Es ist einfach heiß."
Aus dem Büro des steirischen Gesundheitslandesrats Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) hieß es auf Nachfrage, dass bei allen Pflegeheim-Neubauten unabhängig vom Träger Hitzeschutzmaßnahmen vorgeschrieben sind. Abgesehen davon überprüfe die Behörde im Rahmen der Pflegeheimkontrolle, ob Einrichtungen bei Hitzeperioden geeignete Maßnahmen setzen wie etwa Beschattung, Lüftungspläne, Flüssigkeitsmonitoring oder Kühlmaßnahmen. Sollte jemand Kenntnis von mangelndem Hitzeschutz erlangen, wird gebeten, umgehend die Aufsichtsbehörde zu informieren. Bei allen 20 Spitälern sowie drei Pflegezentren der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) seien dagegen Raumkühlungen "entsprechend den zum jeweiligen Zeitpunkt der Errichtung bzw. Sanierung von Objekten gültigen gesetzlichen und normativen Vorgaben vorhanden". Darüber hinausgehend wurden und würden in Bereichen mit kritischer sommerlicher Überwärmung laufend Maßnahmen gesetzt und Erleichterungskühlungen installiert.
In Niederösterreich sind die Landeskliniken sowie Pflege- und Betreuungszentren des Landes unter dem Dach der Landesgesundheitsagentur (LGA) gebündelt. "In all unseren Kliniken- und Pflegezentren sind jene Bereiche, in denen eine Klimatisierung aus rechtlichen, medizinischen oder sicherheitstechnischen Gründen zwingend erforderlich ist, beispielsweise Operationssäle oder Räumlichkeiten zur Medikamentenlagerung und Verabschiedungsräume, entsprechend ausgestattet", hieß es seitens der LGA auf Anfrage.
Darüber hinaus gebe es in der "überwiegenden Mehrzahl der Standorte" Kühlungssysteme wie Raumluftkühlungen, Fußboden- und Deckenkühlungen sowie Lüftungsanlagen, bei denen die Luft mittels kaltem Wasser gekühlt wird. Gesetzt werde zudem u.a. auf UV-Schutzfolien auf Fensterflächen sowie auf Außenbeschattungen. "Klimageräte kommen an mehreren Standorten gezielt in Aufenthaltsräumen zum Einsatz sowie auch in Ambulanzen und Wartebereichen", wurde betont. Individuelle Lösungen seien erforderlich, da sich die Standorte hinsichtlich Bauweise, Alter, Größe und technischer Gegebenheiten deutlich unterscheiden würden. Generell seien in Bezug auf Klimatisierung und Kühlung "bereits an einem Großteil der Standorte zeitgemäße Maßnahmen ergriffen" worden.
In den Kärntner Landeskrankenanstalten gibt es ebenfalls Klimaanlagen in Operationsbereichen, auf Intensivstationen, teilweise in Ambulanzen und dort, wo technische Anlagen hohe Abwärme verursachen. Laufend werde nachgerüstet, auch ältere Modelle durch neue ersetzt, hieß es auf Anfrage. In Neubauten, zuletzt bei der Psychiatrie in Klagenfurt, setzt man auf Kühlsysteme, Dämmung und Beschattung. Patientenzimmer sind nicht klimatisiert. Eine Kabeg-Sprecherin verweist auf höhere Anforderungen an Klimaanlagen in Spitälern, die durch hygienische Vorgaben nicht mit dem Privat- oder Geschäftsbereich zu vergleichen seien. Flächendeckend Klimaanlagen einzubauen sei nicht möglich, unter anderem wegen hoher Investitions- und Betriebskosten.
Zu Klimaanlagen in Pflegeheimen gibt es beim Land keine Daten. Vorgeschrieben seien sie jedenfalls nicht, auch in Hinblick auf die Betriebskosten, teilte das Büro von Landesrätin Beate Prettner (SPÖ) auf Anfrage mit. Klimaanlagen seien oft nicht die beste Lösung, es bestehe die Gefahr einer Lungenentzündung. Die Pflegeeinrichtungen seien gut auf Hitzephasen vorbereitet: kühlende Speisepläne, Aktivitäten im Freien nur morgens und andere bauliche Maßnahmen.
Die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG), Träger der Landesspitäler und der Kepler Uniklinik (KUK), habe organisatorische, bauliche und technische Maßnahmen gesetzt, um Patienten, Mitarbeiter und Besucher vor extremer Hitze zu schützen, hieß es auf Anfrage. Weiters werden in einem Hitzeschutzfolder Empfehlungen und praktische Tipps gegeben. In Durchsagen auf den Stationen wird zum "richtigen Lüften" aufgefordert sowie auf ausreichendes Trinken hingewiesen.
Je nach Standort und Modernisierungsgrad kämen unterschiedliche Klima- und Kühlsysteme sowie Kühlgeräte zum Einsatz, hieß es weiter von der OÖG. Zudem würden "laufend bauliche Hitzeschutzmaßnahmen" getroffen, indem außen liegende Beschattungssysteme angebracht, Begrünungen forciert oder Dämmungen vorgenommen werden. Außerdem gebe es kleinere Aktionen an den Klinikstandorten für die Mitarbeitenden. So würden zusätzliche, gekühlte Räume für die Pausen zur Verfügung gestellt, mehr Wasserspender aufgestellt sowie Wasserflaschen, Eis oder Obst verteilt.
Im generalsanierten Bereich des Med Campus 3 vom KUK, das früher das AKH war, gibt es bereits moderne Kühllösungen wie Kühldecken. In älteren Gebäudeteilen stoßen hingegen die bestehenden Systeme an ihre Grenzen, räumte das KUK ein.
Auch in Tirol wird abgekühlt, auch wenn keine landesweite Übersicht über die jeweils eingesetzten Kühlungs- bzw. Kühlsysteme in den einzelnen Krankenhäusern sowie Alters- und Pflegeheimen vorliege, wie es seitens des Landes auf APA-Anfrage hieß. Aber: Im Rahmen der Förderungen werde "großer Wert auf moderne, energieeffiziente Haustechnik sowie auf Maßnahmen zur nachhaltigen Wärme- und Kälteversorgung" gelegt. Zur Kühlung der Gebäude am Areal der Innsbrucker Klinik etwa werde seit vielen Jahren auf eine Kälteversorgung durch Brunnenwasser gesetzt.
"Das kalte Wasser wird durch Böden und Decken der Gebäude geleitet und sorgt für eine energieeffiziente und angenehme Kühlung. Das dabei erwärmte Wasser wird mittels Wärmetauschern und Wärmepumpen wieder abgekühlt; die entzogene Wärme wird dort eingesetzt, wo sie benötigt wird", wurde berichtet. Anschließend werde das Wasser nahezu unverändert an die Natur zurückgegeben. Rund 70 Prozent des aktuellen Kältebedarfs werden durch drei Tiefbrunnen in etwa 40 Metern Tiefe abgedeckt, verlautete von den tirol kliniken.
Das Land setze zudem verschiedene Maßnahmen, um die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen bestmöglich auf zunehmende Hitzeperioden vorzubereiten sowie eine nachhaltige und energieeffiziente Infrastruktur zu fördern. So sei bereits im Jahr 2023 gemeinsam mit den tirol kliniken, zu denen neben Innsbruck auch die Häuser in Hall, Hochzirl und Natters gehören, ein Hitzeschutzaktionsplan mit Handlungsempfehlungen erarbeitet worden.






