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Frauendemo nach Stocker-Aussage

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Protest gegen den Bundeskanzler
©APA/APA/MAX SLOVENCIK/MAX SLOVENCIK
Mehrere hundert Frauen sowie einige Männer und Kinder haben sich Montagnachmittag vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz in Wien versammelt, um Wut und Entrüstung über den Kinderbetreuungssager von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) aus der Vorwoche zu äußern. Mit Sprechchören und Schildern protestierten die Anwesenden gegen die "fehlende Wertschätzung des Kanzlers für die großteils von Frauen getätigte Kinderbetreuung und Care-Arbeit".

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Selbst jene Frau aus Salzburg, die Bundeskanzler Stocker am Donnerstag bei "Österreich im Gespräch" die Frage zur Unterstützung von Müttern gestellt hatte, war bei der Demo anwesend. Organisatorin Elisabeth Klatzer von der Initiative "Fairsorgen" zeigte sich überrascht über die zahlreichen Demonstrantinnen ob der kurzfristigen Ankündigung. Sie selbst äußerte sich empört über die Kanzler-Aussage und forderte Veränderungen von der Regierung.

"Wir wollen einerseits, dass Väter die Hälfte der Karenzzeit in Anspruch nehmen und andererseits, dass es in ganz Österreich flächendeckende Kinderbetreuung gibt", meinte Klatzer. Ihre Mit-Organisatorin und Frauenring-Vorsitzende Klaudia Frieben betonte: "Stocker hat mit seiner Aussage über die Hälfte der Bevölkerung vor den Kopf gestoßen". Sie forderte statt einer Entschuldigung gleiche Löhne für Frauen und die Schließung der Pensionslücke.

Organisiert wurde die Spontandemo vom Aktionsbündnis Frauen*Streiken. Für die Organisatorinnen Frieben und Klatzer hatte Stockers öffentliche Entschuldigung nicht ausgereicht. Sie hatten bereits am Freitag betont, dass Frauen "von höchster politischer Ebene abgewertet" würden und zur Demonstration aufgerufen.

Auslöser für die Demo war eine Aussage, die Stocker vergangenen Donnerstag während seiner Sommertour bei den Bürgergesprächen in Salzburg getätigt hatte. Auf eine Frage einer Frau aus dem Publikum, wie die Regierung Mütter bei der Kindererziehung mehr unterstützen wolle, hatte Stocker geantwortet, er würde Kinderarbeit nicht als Arbeit sehen. Nach scharfer öffentlicher Kritik an diesem Sager vonseiten der Opposition, aber auch von den Koalitionspartnern und der eigenen Partei hatte Stocker sich am Freitag öffentlich entschuldigt.

Am Montag rechtfertigte sich der Bundeskanzler während eines offiziellen Besuchs beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Ankara abermals vor Journalisten: "Die, die ich verletzt oder beleidigt habe oder die sich gering geschätzt fühlen, das war wirklich nicht meine Absicht, das zu tun. Ich habe mich dafür auch entschuldigt. Übrig bleibt aber, dass diese Betreuungs-Arbeit, die geleistet wird von Müttern, Vätern und Großeltern, dass wir das nicht umrechnen können in bezahlte Lohnarbeit", so Stocker.

Im ORF-Sommerinterview hat sich am Montag auch noch einmal die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zu Stockers Sager geäußert. "Diese Kommunikation, dieser eine Satz, ja, er war falsch. Es war wichtig, richtig und notwendig, dass er sich entschuldigt hat", so Mikl-Leitner. Zuvor hatte die Landeshauptfrau Stocker noch in Schutz genommen und erklärt, sie verstehe den Kanzler so, dass er meine, dass Kinder ihren Eltern trotz aller Arbeit noch viel mehr Freude bereiten würden.

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