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Warum die FPÖ keinen Öxit fordert

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Johannes Huber

©Matt Observe

Die Partei von Herbert Kickl will es sich nicht mit einer Mehrheit der Österreicher verscherzen. In der Sache bleibt sie jedoch konsequent und ist überzeugt, dass es ohnehin in ihre Richtung läuft.

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Das ist den Freiheitlichen bei aller Freundschaft zu weit gegangen: Alice Weidel, Co-Vorsitzende der deutschen AfD, hatte sich im Sommergespräch des ZDF in Wien jüngst für einen Ausstieg ihres Landes aus dem Euro genauso ausgesprochen wie aus dem Schengenraum. Derlei stehe nicht zur Debatte, ließ die Partei von Herbert Kickl prompt wissen.

„Blutschokolade“ und „Schildlaus-Joghurt“

Eine Kursänderung? Unter Führung Jörg Haiders ist die FPÖ konsequent offen antieuropäisch gewesen. Hat mit der Warnung, dass den Österreichern „Blutschokolade“ und „Schildlaus-Joghurt“ drohe, gegen einen EU-Beitritt geworben und später mit einem „Schilling-Volksbegehren“ gegen den Euro mobilisiert: Ersparnisse, Löhne und Pensionen würden damit an Wert verlieren, behauptete sie.

Durchgesetzt hat sie sich nicht damit, gewonnen hat sie trotzdem: Alles in allem hat sie zwar nur eine Minderheit der Bevölkerung angesprochen, das aber allein. Über die Jahre sind starke Bindungen daraus entstanden, die bis heute bestehen: Bei einer Befragung des Sozialforschungsinstituts „Foresight“ im Rahmen der Europawahl 2024 waren ihre Wähler mit 47 zu 42 Prozent mehrheitlich für einen EU-Austritt (gut ein Zehntel wollte sich nicht festlegen).

Einen EU-Austritt zu fordern, würde Kickl und Co. jedoch nie im Leben einfallen. Sie würden sich um die Chance bringen, weit über das Öxit-Lager hinauszuwachsen und bei Nationalratswahlen an die 40 Prozent zu erreichen.

Insgesamt ticken die Österreicher nämlich noch immer pro-europäisch, haben sich bei der erwähnten Wahltagsbefragung nur 19 Prozent für, aber 74 Prozent gegen einen EU-Austritt ausgesprochen Freiheitliche tragen dem Rechnung, ohne ihren Kurs in der Sache zu ändern: Ihr Ruf nach einer Rückkehr zu einer Gemeinschaft souveräner Mitgliedstaaten ist nichts anderes als eine Absage an die bestehende überstaatliche EU.

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 © Waltl & Waltl

Er ist im Übrigen von der Überzeugung getragen, dass sich das letzten Endes ohnehin durchsetzen wird. Zumal es zum Beispiel genau dem entspricht, was auch Marine Le Pen will, die gute Chancen hat, im kommenden Frühjahr zur Präsidentin Frankreichs und damit einer der mächtigsten Persönlichkeiten Europas aufzusteigen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 36/2026 erschienen.

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