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Stichwahl in Bulgarien: Wie Jotowa und Gjurow zu Russland stehen

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Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia mit grünem Dach und goldenen Kuppeln
Foto:©Unsplash, JOGphotos

In Bulgarien entscheidet sich am Sonntag, wer das Land in den kommenden fünf Jahren als Staatsoberhaupt vertritt. Amtsinhaberin Iliana Jotowa und der frühere Übergangspremier Andrej Gjurow liegen nach der ersten Runde nah beieinander. Im Wahlkampf trennt sie vor allem eine Frage.

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Russland als Trennlinie

Bei der Stichwahl in Bulgarien stehen sich zwei Kandidaten gegenüber, die beide einen proeuropäischen Kurs vertreten, beim Umgang mit Russland aber deutlich auseinanderliegen. Amtsinhaberin Iliana Jotowa setzt im Ukraine-Krieg auf Verhandlungen. In einer Fernsehdebatte sagte sie, Frieden könne nur auf diesem Weg kommen, und schlug ein Sicherheitstreffen aller sechs Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres vor, die ein Stillhalteabkommen unterzeichnen sollen. Beobachterinnen und Beobachter erwarten, dass sie sich wie ihr Vorgänger Rumen Radew für bessere Beziehungen zu Moskau und ein Ende der Sanktionen einsetzt.

Herausforderer Andrej Gjurow wirft der Regierung dagegen vor, Russland nicht klar als Aggressor zu benennen. Wer keine Position habe und nicht mit am Tisch sitze, lande in Wahrheit auf der Speisekarte, sagte er sinngemäß in der Debatte. Zu Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer, bei denen mehrere Seeleute ums Leben kamen oder vermisst werden, blieben beide vage, was eine mögliche russische Beteiligung betrifft.

Wie knapp die erste Runde war

Im ersten Wahlgang am 25. Oktober kam Jotowa nach Auszählung aller Protokolle durch die Zentrale Wahlkommission auf 34,76 Prozent der Stimmen, Gjurow auf 31,95 Prozent. Der Abstand betrug 42.715 Stimmen. Auf Platz drei landete Kostadin Kostadinow von der nationalistischen Partei Wasraschdane mit 12,55 Prozent, alle übrigen Kandidatenpaare blieben unter fünf Prozent.

Die Wahlbeteiligung war mit gut 1,5 Millionen Wählerinnen und Wählern so niedrig wie nie zuvor bei einer Präsidentenwahl. Weil im ersten Durchgang niemand die absolute Mehrheit erreichte, entscheidet nun die Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten. Gewinnt Jotowa, wäre sie die erste gewählte Präsidentin Bulgariens.

Wer die beiden sind

Jotowa war Vizepräsidentin und führt das Amt, seit Radew zurücktrat, um seine Partei Progressives Bulgarien in die Parlamentswahl zu führen. Radew gewann diese Wahl und ist seither Ministerpräsident. Jotowa tritt als unabhängige Kandidatin an und wird von seiner Partei sowie den Sozialisten unterstützt.

Gjurow ist Ökonom und war Vizegouverneur der Bulgarischen Nationalbank, Anfang 2026 führte er eine Übergangsregierung. Hinter ihm steht das proeuropäische Reformbündnis Wir setzen den Wandel fort und Demokratisches Bulgarien. Im Wahlkampf ging es neben der Sicherheit am Schwarzen Meer vor allem um die wachsende wirtschaftliche Belastung vieler Haushalte.

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Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia mit grünem Dach und goldenen Kuppeln
 © Unsplash, JOGphotos

Wann das Ergebnis feststeht

Die Wahllokale sind von 7 bis 20 Uhr Ortszeit geöffnet, das ist 19 Uhr in Österreich. Erste Prognosen auf Basis von Nachwahlbefragungen werden kurz nach Schließung der Wahllokale erwartet. Das offizielle Ergebnis soll am Montag bekanntgegeben werden.

Das Staatsoberhaupt wird in Bulgarien direkt für fünf Jahre gewählt. Die wichtigen politischen Entscheidungen trifft das Parlament mit der Regierung. Ein Sieg Jotowas würde bedeuten, dass das Regierungslager auch das Präsidentenamt besetzt, ein Sieg Gjurows würde der Opposition ein starkes Gegengewicht verschaffen.

Quellen

Zentrale Wahlkommission Bulgariens (CIK): Offizielle Website und Ergebnisse (2026)

Weitere Quelle: AP, Dir.bg

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