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Unter anderem hatte die überraschende Abberufung der Leiterin der Prager Nationalgalerie für Aufsehen gesorgt. In der Kritik steht besonders die Reform der öffentlich-rechtlichen Medien.
Die tschechische Autorin Radka Denemarkova ("Stunden aus Blei"), die nach dem Minister sprach, wurde bejubelt, als sie sagte, Minister kämen und gingen, "aber die Literatur bleibt". In ihrer Rede betonte sie, man könne Literatur und Politik nicht trennen: "Der Kampf um die Wortmacht ist auch ein Kampf um die Weltmacht."
Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer war zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse darum, in Europa gemeinsam gegen Technologiekonzerne vorzugehen. Die Macht von "Big Tech" müsse mit allen Mitteln bekämpft werden, sagte Weimer: kartell- und steuerrechtlich, regulatorisch und industriepolitisch. Die Verheiratung von Social-Media und Künstlicher Intelligenz erzeuge einen "diskursiven Treibhauseffekt" in westlichen Gesellschaften. "Das führt dazu, dass extreme Positionen systematisch gestärkt und abwägende Positionen systematisch geschwächt werden."
Vieles spreche für ein Social-Media-Verbot bei Kindern. Aber das sei nicht ausreichend, sagte Weimer. "Wir werden Meta und Co. zwingen müssen, die Algorithmen zu ändern." Besser als Kindern zu verbieten, in einem dreckigen Fluss zu baden, sei es, zu verbieten, dass der Fluss verunreinigt werde.
Die 78. Frankfurter Buchmesse beginnt am Mittwoch zunächst für Fachbesucher. Ab Freitag sind dann auch Privatleute willkommen. Auf zehn Bühnen sind bis Sonntag mehr als 1.000 Redner zu erleben. Ehrengastland ist Tschechien.
