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Die Terrororganisation soll demnach für einen "großangelegten Angriff mobilisiert" haben, so der Bericht. Kamels Botschaft an Israels Regierung sei gewesen, dass sich das "Fenster schließe, um eine Katastrophe abzuwenden", so der Bericht weiter.
"Wenn Sie den Kurs nicht ändern, wird Gaza Ihnen um die Ohren fliegen", fasste ein früherer israelischer Regierungsvertreter, der anschließend zu dem Besuch gebrieft wurde, die Botschaft des Besuchs zusammen. Kamel habe Israel wirtschaftliche Zugeständnisse an die Hamas empfohlen, um eine Verschärfung des Konflikts zu vermeiden.
Kamel ist einer der einflussreichsten Geheimdienstvertreter im Nahen Osten. Er war und ist führend unter anderem bei Vermittlungen Ägyptens und Katars zwischen Israel und der Hamas im Gazakrieg. In dem Konflikt reiste er in den vergangenen Jahren mehrfach nach Israel.
Netanjahus Büro hatte zwei Tage nach dem 7. Oktober 2023 erklärt, dass es keine Warnung Ägyptens über den Angriff gegeben habe. Es habe auch kein direktes oder indirektes Treffen Netanyahus mit Kamel gegeben, teilte sein Büro seinerzeit mit. Entsprechende Darstellungen seien "Fake News".
Verfasst hat den Bericht die prominente US-Journalistin Vivian Salama, die zuvor für das "Wall Street Journal" und die US-Nachrichtenagentur AP arbeitete. Sie berichtete unter anderem aus dem Weißen Haus in Washington, aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten und 80 weiteren Ländern.
Der "Atlantic"-Bericht erwähnt nicht, mit wem Kamel sich traf. Er habe sich aber rund eine Stunde in Israel aufgehalten. Allein seine Anwesenheit in Israel habe die Dringlichkeit gezeigt, sagten Regierungsvertreter dem Bericht zufolge. Ein israelischer Ex-Regierungsvertreter sagte demnach, es sei ausgeschlossen, dass Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nicht von dem Besuch oder Treffen mit Vertretern der israelischen Geheimdienste gewusst habe.
Vor etwa drei Wochen hatte die israelische Zeitung "Haaretz" berichtet, dass Israels Regierung auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vor einem möglichen Hamas-Überfall gewarnt worden sei. Der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid warnte Netanyahu demnach in einem 45 Minuten langen Telefonat, dass der damalige Chef der Hamas, Yahya al-Sinwar, eine großangelegte Offensive gegen Israel plane. Netanyahu habe die israelischen Sicherheitschefs jedoch nicht informiert.
Netanyahu hat wegen des Berichtes eine Verleumdungsklage gegen die Zeitung angekündigt. Sein Büro hatte den Bericht bereits zuvor dementiert.
Beide Berichte sind auch wegen der anstehenden Parlamentswahl in Israel brisant. Netanyahus Büro beschrieb den "Haaretz"-Bericht als eine "falsche Geschichte" im "Wahlkampf der Linken". Kritiker werfen ihm hingegen vor, keine persönliche Verantwortung für das Massaker vor fast drei Jahren übernommen zu haben.
A Palestinian militant fighter of the Ezzedine al-Qassam Brigades, the armed wing of the Palestinian Hamas movement, fixes the headband of the group on his comrade's forehead as vehicles of the International Committee of the Red Cross (ICRC) (not pictured) transport the second batch of released Israeli hostages in the south of Deir el-Balah in the central Gaza Strip, on October 13, 2025. (Photo by Bashar TALEB / AFP)
