Für vier amtierende Staatschefs endeten die Angriffe tödlich
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Donald Trump ist am Wochenende offenbar neuerlich ins Visier eines Attentäters geraten. Der Mann schaffte es in einem Washingtoner Hotel, in dem das alljährliche große Pressedinner der Korrespondenten des Weißen Hauses stattfand, nicht durch die Sicherheitskontrolle. Im Wahlkampf 2024 war Trump von einem bewaffneten Mann beschossen und verletzt worden. In der US-Geschichte gibt es eine Reihe von versuchten oder tödlichen Anschlägen auf Präsidenten oder führende Politiker.
Tödliche Attentate
Auf vier US-Präsidenten wurde während ihrer Amtszeit ein Attentat verübt, das sie das Leben kostete:
Abraham Lincoln wurde am 14. April 1865 von dem Schauspieler John Wilkes Booth im Ford's Theatre in Washington während einer Aufführung erschossen. Der erste Präsident aus den Reihen der Republikanischen Partei erlag am Tag darauf schweren Kopfverletzungen. Hintergrund war eine weitreichendes Komplott von Verschwörern, die die sich nicht mit der Niederlage der Südstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) abfinden wollten. Auch Lincolns Vize, ein General sowie sein Außenminister sollten im Theater sterben, sie kamen am Ende aber nicht dorthin. Booth und mehrere Mittäter wurden gehängt.
James Garfield wurde am 2. Juli 1881 in Washington auf einem Bahnhof in den Rücken geschossen und starb zweieinhalb Monate später an seinen Verletzungen. Der Republikaner fiel dem psychisch kranken Charles Guiteau zum Opfer. Im nachfolgenden Prozess wurde er aber für zurechnungsfähig erklärt und gehängt.
Knapp 13 Jahre vor dem österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo wurde in Buffalo US-Präsident William McKinley wurde am 6. September 1901 von einem Anarchisten ermordet. Auch er wurde erschossen. Auch er starb erst Tage nach dem Attentat. Leon Czolgosz traf ihn zwei Mal aus nächster Nähe. Czolgosz ließ sich vom Mord am italienischen König Umberto I. im Jahr davor inspirieren. Er wurde auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.
John F. Kennedy wurde von Lee Harvey Oswald am 22. November 1963 in Dallas von einem Gebäude aus erschossen, als der Präsident in einer Autokolonne vorbeifuhr. Von dem dramatischen Mordanschlag gibt es Filmaufnahmen. Noch immer ranken sich (Verschwörungs-)Theorien um das Attentat – nicht zuletzt deswegen weil Oswald, der offenbar im Alleingang handelte, vom Nachtklubbesitzer Jack Ruby ermordet wurde, ehe ihm der Prozess gemacht werden konnte.
Missglückte und vereitelte Attentate
Mehrere US-Präsidenten erlebten Attentatsversuche während oder nach ihrer Amtszeit, bei denen sie verwundet wurden:
Ex-Präsident Theodore Roosevelt wurde 1912 während einer Wahlkampfveranstaltung in Milwaukee in die Brust geschossen und überlebte.
Ronald Reagan wurde am 30. März 1981 vor eben jenem Hilton Hotel in Washington, wo sich am Wochenende der Vorfall bei dem Gala-Dinner für Trump ereignete, angeschossen. Er wurde verwundet, als eine der Kugeln von einer Limousine abprallte und ihn unter der linken Achselhöhle traf. Reagan wurde drei Jahre später wiedergewählt und amtierte bis 1989.
Andere folgenschwere Anschläge auf gewichtige US-Politiker
Ex-Justizminister Robert F. Kennedy wurde als US-Präsidentschaftskandidat 1968 im Alter von 42 Jahren im Ambassador Hotel in Los Angeles von einem Bewaffneten ermordet.
George C. Wallace, Gouverneur des US-Staates Alabama, wurde 1982 angeschossen und war danach von der Hüfte abwärts gelähmt.
Donald J. Trump
Nach seiner ersten Amtszeit 2017-21 stand Donald Trump nach verlorener Wahl wieder im Wahlkampf für die Republikaner, als er am 13. Juli 2024 in Butler, Pennsylvania bei einem großen Freilichtevent seine Rede begann. Da fielen Schüsse. Eine Kugel streifte Trumps Ohr, das blutete. Er wurde von Sicherheitsbeamten weggebracht. Ein Zuschauer wurde getötet, zwei weitere verletzt. Der Schütze Thomas Matthew Crooks wurde von einem Scharfschützen des Secret Service erschossen. Er befand sich rund 130 Meter von Trump entfernt auf dem Dach eines Gebäudes.
Ehe Trump wiedergewählt wurde, sollte der Milliardär am 15. September 2024 auf seinem Trump International Golf Club in Florida umgebracht werden. Der Schütze wurde entdeckt, konnte fliehen und wurde später gefasst.
Während seiner zweiten, laufenden Amtszeit trachteten zumindest zwei Personen US-Präsident Trump nach dem Leben, Trump blieb jedoch unverletzt:
22. Februar 2026 entdeckte der Secret Service Austin Tucker Martin an einem Eingang von Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Er war bewaffnet und wurde erschossen.
Auch am Samstag (25. April 2026) blieb Trump unverletzt. Beim White House Correspondents' Dinner im Washingtoner Hilton Hotel versuchte der 31-jährige Cole Tomas Allen in den Ballsaal einzudringen. Er hatte u. a. ein Gewehr und Messern bei sich. Im Bereich der Sicherheitskontrollen kam es zum Schusswechsel. Auch sonst gab es keine Verletzten. Allen wurde festgenommen.






