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Karner zeigte sich erfreut, dass für diese angehenden Beamten bereits im Dezember die Ausbildung startet. Das Modell sieht vor, dass die zweijährige Ausbildung und im Anschluss die ersten drei Berufsjahre in Wien absolviert werden müssen und man im Gegenzug garantiert bekommt, danach die weitere Berufslaufbahn im Heimatbundesland fortsetzen zu können.
Hintergrund: In Wien haben sich im heurigen Jahr 4.000 Personen für den Polizeidienst beworben. Nur 650 schafften den Cut. "Es hätten mehr sein können", räumte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl vor Medienschaffenden ein. Gerechnet habe man mit 800 Neuaufnahmen.
Die fehlenden Stellen werden nun mit Bewerberinnen und Bewerbern aus den Bundesländern besetzt, die zwar die Aufnahme geschafft haben, in ihrer Heimat aber an den begrenzten Ausbildungskapazitäten gescheitert sind. "Das Modell 'Wien auf Zeit' kommt uns sehr gelegen", sagte Pürstl. Innenminister Karner ortete "eine klassische Win-Win-Situation. Wien erhält mehr Polizisten und die Auszubildenden können arbeiten, wo Bedarf ist". Wie Karner präzisierte, kommen die angehenden auswärtigen Polizeischülerinnen und -schüler vor allem aus Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland.
Was das neue Dienstzeitmanagement (DZM) betrifft, läuft seit September in fünf Testregionen der Probebetrieb. Das Projekt habe bei den Exekutivbediensteten für "Sorgen und Ängste" gesorgt, räumte Karner ein. Dem habe man Rechnung getragen. Unter Einbindung der Personalvertretung ermögliche man ab November auf freiwilliger Basis bis zu vier 24 Stunden-Dienste im Monat, gab Karner bekannt. Die Plandienststunden am Wochenende wurden von ursprünglich 48 auf 40 reduziert, die Wochenruhe als Ersatz für Plandienste am Wochenende angepasst. Die Bediensteten können auch mindestens 16 Stunden Journaldienst versehen - nun nicht mehr zwangsläufig in Verbindung mit Nachtdiensten. Der Vorplanungszeitraum wurde von drei auf einen Monat verkürzt, die Dienstplanung für den Folgemonat muss erst am 25. eines Kalendermonats abgeschlossen werden. Bisher war der 17. der Stichtag.
Weiters werden die Zulagen für Wochenend- und Nachtdienste ab 1. Jänner 2027 verdoppelt. Außerdem erhalten alle Bediensteten in den Testregionen Bregenz, Leibnitz, Linz, Gänserndorf und Wien-Brigittenau eine einmalige Sonderzahlung von 600 Euro.
Gewappnet ist die Exekutive für das bevorstehende Halloween-Wochenende, bekräftigten Karner und Pürstl unisono. Auf Social Media gebe es - befeuert von Bildern von jüngsten Krawallen in europäischen Großstädten - Aufrufe zu Ausschreitungen. "Wir haben das unter polizeilicher Beobachtung", versicherte der Innenminister. Die Exekutive sei sensibilisiert: "Die Polizei ist gut vorbereitet und wird konsequent einschreiten, wenn es notwendig ist. Es gilt die 3D-Strategie: Dialog, Deeskalation und Durchsetzung, wenn die Deeskalation scheitert."
Bezogen auf Wien, berichtete Pürstl von "einzelnen GenZ-Aufrufen", es gebe aber derzeit keine konkreten Hinweise in Richtung organisierter Gewalt. Im Bedarfsfall stünden "ein paar hundert Beamte" zur Gefahrenabwehr bereit.
