von
Der 13-Jährige wurde vor rund einem Monat in die "Auszeit-WG" aufgenommen, nachdem er wiederholt kriminelle Handlungen gesetzt hatte. Laut "Krone" war der gebürtige Syrer wegen mehrerer Raubüberfälle vorgemerkt.
Am Montag wurde der Teenager dann von der Rettung in die Klinik gebracht und stationär aufgenommen. Er sei dort auch behandelt worden, sagte Pöschmann gestern, Dienstag. "Am Morgen war er dann nicht mehr da." Auf die Frage, welche gesundheitlichen Probleme der Bursch denn gehabt hätte, wurde mit dem Hinweis auf dessen Persönlichkeitsrechte keine Auskunft erteilt. Vonseiten der Landespolizeidirektion Wien hieß es, dass es eine Abgängigkeitsanzeige gebe.
Mit der "Auszeit-WG" sei in Österreich die Möglichkeit geschaffen, strafunmündige Intensivtäter anzuhalten. Ziel der WG sei es, die Bevölkerung vor strafunmündigen Intensivtätern zu schützen und Gewaltspiralen zu durchbrechen. "Wir wollen festhalten, dass wir es mit kriminellen Strafunmündigen zu tun haben, für welche die aktuelle Rechtsgrundlage nicht ausreichend ist", erklärte Pöschmann. Dennoch sei die Entscheidung, diese anzuhalten, wichtig und die richtige Herangehensweise, statt untätig zu sein und wegzuschauen.
Am Rande einer Pressekonferenz merkte Innenminister Gerard Karner (ÖVP) an, man befinde sich mit Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) in "finalen Gesprächen", um eine Rechtsgrundlage für die zwangsweise Unterbringung von sehr jungen, noch strafunmündigen Intensivtätern zu schaffen. Das sei im "Kampf gegen die Jugendkriminalität" unabdingbar. Es gehe um eine "gefängnisähnliche Unterbringung" und durchaus ums "Wegsperren".
Um den Auswüchsen der Jugendkriminalität entgegen zu treten, strebt Karner weiters eine Ausweitung bei den Waffenverbotszonen an. Die bestehenden hätten sich bewährt. Der Innenminister will auch polizeiliche Fallkonferenzen mit Strafunmündigen und eine Rechtsbelehrung institutionalisieren, zu der sehr junge Straftäter gemeinsam mit ihren Eltern verpflichtet werden können. Er persönlich sei für eine Senkung der aktuell bei 14 Jahren liegenden Strafmündigkeitsgrenze, merkte Karner an. Das sei aber nicht "Teil des Regierungsprogramms".
Die Grünen Wien erneuerten nach dem vorübergehend entwichenen Zögling ihre Forderung, die Betreuung von gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen grundlegend neu aufzustellen: "Die Mängel an der Auszeit-WG sind mittlerweile offensichtlich, die Kritik reißt nicht ab. Kurzfristige Maßnahmen und reine Zwangskontexte sind für gewaltbereite Kinder und Jugendliche keine nachhaltigen Lösungen", betonte Ursula Berner, Familiensprecherin der Grünen Wien, in einer Aussendung.
Statt punktueller Interventionen brauche es Betreuungskonzepte, die möglichst früh ansetzen - bereits dann, wenn Kinder und Jugendliche erstmals durch problematisches Verhalten auffallen. Diese müssten über mindestens ein Jahr, besser noch länger, angelegt sein und auf kontinuierliche Beziehungsarbeit setzen.