Psychiatrie, Neurologie und Innere Medizin ziehen im Juni 2026 gemeinsam in die Elisabethinergasse. Ein Großprojekt, das drei Jahre in Anspruch nahm, nähert sich seinem Abschluss.
Das Krankenhaus der Elisabethinen in Graz vollzieht derzeit die größte Übersiedelung seiner Geschichte. Nachdem 2023 der erste Spatenstich für einen Neu- und Zubau am Stammstandort in der Elisabethinergasse erfolgte, werden nun schrittweise alle Abteilungen an einem gemeinsamen Ort im Herzen der steirischen Landeshauptstadt zusammengeführt.
Umzug in zwei Etappen
Die Verlegung erfolgt im Juni 2026 gestaffelt: Am 15. und 16. Juni wechseln die ersten Patientinnen und Patienten der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie vom bisherigen Standort in Graz-Eggenberg in das neue Gebäude. Die Neurologie folgt eine Woche später, am 22. Juni. Damit endet eine jahrelange räumliche Trennung der medizinischen Kernbereiche des Hauses.
217 Betten, ein Standort
Der Neubau schafft Kapazitäten für insgesamt 217 Betten und bündelt die Fachrichtungen Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Radiologie und multimodale Schmerzmedizin unter einem Dach. Ergänzt wird das Angebot durch eine Notaufnahme, ein interprofessionelles Therapiezentrum sowie moderne ambulante und tagesklinische Einrichtungen.
Geschäftsführer Christian Lagger sieht darin einen strukturellen Fortschritt für die Patientenversorgung: Mit der Zusammenführung aller Abteilungen würden kürzere Wege, besser abgestimmte Behandlungsabläufe und eine engere Vernetzung der Fachbereiche möglich, so Lagger.
Bauen mit Holz und Rücksicht auf die Genesung
Architektonisch setzt das neue Krankenhaus auf natürliche Materialien. Holz prägt das Gebäudeinnere und soll nachweislich das Wohlbefinden sowie die Genesung von Patientinnen und Patienten fördern. Nachhaltigkeit und Regionalität standen laut den Verantwortlichen im Mittelpunkt der Planung. Parallel dazu wurden die bestehenden Gebäudeteile in der Elisabethinergasse umfassend saniert.
Logistische Herausforderung bei laufendem Betrieb
Die Übersiedelung stellt das Krankenhaus vor erhebliche organisatorische Anforderungen: Patientinnen und Patienten, medizinische Geräte und Betriebsabläufe müssen bei laufendem Betrieb integriert werden. Die Notfallversorgung bleibt während des gesamten Zeitraums uneingeschränkt aufrechterhalten. Einzelne Bereiche wie das Schlaflabor und bestimmte Ambulanzen werden vorübergehend eingeschränkt angeboten.
Sprecher Stefan Magerl betonte, dass der Umzug eines ganzen Krankenhauses eine der anspruchsvollsten Aufgaben sei, die eine Gesundheitseinrichtung bewältigen könne.
Ziel im Regionalen Strukturplan Gesundheit verankert
Mit dem Abschluss des Projekts setzen die Elisabethinen einen im Regionalen Strukturplan Gesundheit der Steiermark vorgesehenen Schritt um: die Schaffung eines modernen Ordenskrankenhauses, das medizinische Versorgung, nachhaltige Infrastruktur und die pflegerische Tradition des Elisabethinerordens verbindet.






