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Zwischen Ende und Neubeginn: Soap&Skin in der Staatsoper

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Soap&Skin bei einem Auftritt 2024 in Linz
©APA/APA/WOLFGANG HAUPTMANN/WOLFGANG HAUPTMANN
Wer es sich leisten kann, beginnt mit dem Ende. Anja Plaschg alias Soap&Skin kann es: Beim ersten von zwei ausverkauften Konzerten in der Wiener Staatsoper zum Abschluss ihrer "Torso"-Tournee stand am Samstagabend der gecoverte Doors-Klassiker "The End" am Anfang eines zweistündigen Sets, das nach dem zu Beginn ausgerufenen Ende noch so einiges zu bieten hatte. Neben einem Best-of ihrer bisherigen Alben gab es auch einen neuen Song. Das Publikum zeigte sich begeistert.

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Mit "Torso" hat die 36-jährige Musikerin 2024 ein Cover-Album aufgelegt, das mit Neuinterpretationen zwischen den Doors und David Bowie, Tom Waits und The Velvet Underground für begeisterte Kritiken gesorgt hat. Die 2025 begonnene Tournee fand nun einen gefeierten Abschluss in Wien. Dass Anja Plaschg seit ihrem 2018 erschienenen Longplayer "From Gas to Solid" keine eigenen Songs veröffentlicht hat, störte die Fans in der Staatsoper wenig, verleiht sie den gecoverten Songs doch ihre ganz persönliche Note.

Gemeinsam mit vier Blechbläsern und zwei Streichern betrat Plaschg kurz nach 20.30 Uhr die nur von einigen Spots beleuchtete Vorderbühne der Staatsoper und gab am Piano sitzend ohne nennenswerte Interaktion mit dem Publikum die "Torso"-Playlist zum Besten. Bei den teils nur zart zusätzlich instrumentierten Songs wie Hans Zimmers "God Yu Tekem Laef Blong Mi" oder Sufjan Stevens' "Mystery of Love" standen Stimme und Klavier im Fokus.

Zum Glück ist ein Cover-Album aber nicht abendfüllend: Und so gab die gebürtige Steirerin auch Hits wie "Italy" vom Album "From Gas to Solid", mit dem 2012 auf "Narrow" erschienenen "Vater" ihren einzigen deutschsprachigen Song oder den 2013 herausgekommenen Hit "Me and the Devil" zum Besten. "Zu meinem 20-jährigen Bühnenjubiläum spiele ich jetzt ein 21 Jahre altes Stück", wagte sie sich schließlich verbal aus der Reserve und demonstrierte mit "Mr. Gaunt Pt 1000", warum sie bereits als Teenagerin als Wunderkind gehandelt wurde.

Just während der Vorstellung ihrer Musiker:innen nach zwei Dritteln des Sets fiel Plaschg erneut aus der Rolle: "Hat jemand einen Traubenzucker?", fragte sie ins Publikum. Nach der Überwindung der Unterzuckerung löste sie sich schließlich für das Finale des zweistündigen Abends von ihrem Instrument, um druckvolle Versionen von Hits wie Omar Souleymans "Mawal Jamar" oder das verspielte Bowie-Cover "Girl Loves Me" zum Besten zu geben. Nach einer ersten Zugabe mit "Pale Blue Eyes" von The Velvet Underground gab es schließlich auch einen ganz neuen Song, der Lust auf ein neues Album machte. Mit dem traditionellen Schlusslied "Boat Turns Toward the Port" entschwand sie schließlich. Und entließ das beglückte Publikum mit den Zeilen "Stay here / Stay" in den lauen Abend.

(Von Sonja Harter/APA)

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