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Waltz liest "Weltgeschichte für junge Leser" in Ö1-Serie

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Ein Klassiker: Gombrichs "kurze Weltgeschichte für junge Leser"
©APA/APA/DuMont Verlag
Seine 1950 erschienene "Geschichte der Kunst" wurde die bekannteste Veröffentlichung des in Wien geborenen Kunsthistorikers Ernst Gombrich (1909-2001). Doch auch die vom 25-jährigen Postdoc ein Jahr vor seiner Emigration nach London in nur sechs Wochen verfasste "Kurze Weltgeschichte für junge Leser" wurde zum Klassiker. Ab Dienstag sind Auszüge daraus als sechsteilige Ö1-Sommerserie jeweils dienstags ab 16.05 Uhr zu hören, gelesen von niemand Geringerem als Christoph Waltz.

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Der zweifache Oscar-Preisträger aus Österreich hat für argon die Hörbuchfassung eingelesen, die bekannte Illustratorin Kat Menschik die aktuelle Buchausgabe von DuMont mit 40 farbigen Abbildungen versehen. "Primär an jugendliche Adressaten gerichtet, ist seine Sprache einfach, aber keinesfalls reduziert, und vermag hoch komplexe Sachverhalte nachvollziehbar und für den Laien verständlich darzustellen, in ihrer Substanz zu erfassen", urteilt der Zeithistoriker Wolfgang Maderthaner. Er hebt vor allem die "Grund- und Geisteshaltung" des Buches hervor, das "ein ebenso imposantes wie gewichtiges Plädoyer für Toleranz, Friede, Aufklärung und Emanzipation" darstelle, mit dem es sich radikal gegen den Zeitgeist positioniert habe.

Der ehemalige Staatsarchiv-Direktor begleitet im Gespräch mit Sendungsgestalter Kurt Reissnegger die sechs Folgen, die am Dienstag, 21. Juli, mit "Renaissance und Neue Welt" starten. Die weiteren Folgen behandeln "Reformation und Gegenreformation" (28.7.), "Am Hof des Sonnenkönigs" (4.8.), "Die französische Revolution und Napoleon" (11.8.), "Das Zeitalter der industriellen Revolution" (18.8.) und "Erster Weltkrieg und der Aufstieg totalitärer Diktaturen" (25.8.).

Für Maderthaner ist das Buch Gombrichs bei aller Opposition zu den beim Erscheinen im Jahr 1935 herrschenden totalitären Ideologien doch auch ein Zeitdokument. Es durchziehe ein "beinahe euphorischer Fortschritts- und Machbarkeitsoptimismus", lasse aber Frauen- oder Alltagsgeschichte ebenso vermissen wie sozialgeschichtliche oder außereuropäische Thematiken und berücksichtige "den für das historische Geschehen so konstitutiven Faktor der Ökonomie" unzureichend. Sein Glaube, die vernunftbegabte Menschheit habe trotz aller von ihr herbeigeführten Katastrophen alle Trümpfe für eine glücklichere Zukunft in der Hand, habe Gombrich aber bis zu seinem Tod nicht verlassen, so Maderthaner. "Wir wollen diese Hoffnungen angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage mit entsprechend skeptischem Optimismus teilen."

(S E R V I C E - "Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser", von 21. Juli bis 25. August jeweils dienstags von 16.05 bis 17.00 Uhr auf Ö1, https://oe1.orf.at/ . Buchausgabe: Ernst H. Gombrich: "Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser", DuMont, 328 Seiten mit 40 farbigen Illustrationen von Kat Menschik, ISBN: 978-3-8321-9653-0 )

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/DuMont Verlag

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